Die 12. Lernbörse der Stiftung Vivala: Mitarbeitende bilden Mitarbeitende

Lernen im Vivala

Am Donnerstag, 29. September 2022 fand die Lernbörse zum 12. Mal im Kath. Pfarreizentrum statt. Nach zwei Jahren Unterbruch konnte dieser interne Weiterbildungstag wieder durchgeführt werden.

Unter dem Motto «Mitarbeitende bilden Mitarbeitende» bereiteten sich die acht Referentinnen und Referenten auf diesen Tag vor. Sie führten das interessierte, kollegiale Publikum durch einen abwechslungsreichen Tag. Die Themenspanne reichte dabei von «Akzeptanz» über «Resilienz» und Literatur, bis hin zu «Trauma», einer praktischen Anleitung für Hennamalereien sowie den Dialog über brennende Themen.

Verpflegt wurden die anwesenden Besucherinnen und Besucher mit einem schmackhaften Nasi Goreng aus der Institutionsküche und einem feinen Dessert. Das Fazit nach diesem Tag fiel unter den Anwesenden sehr positiv aus. Die kollegiale Begegnung, das Weiterentwickeln von Vortragsskills und die erlebte Fachlichkeit wurde als sehr wertvoll erlebt.

Wer hinter der Räuberjagd Weinfelden steckt

#insidevivala, Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen

Marlies, Gaia und Ramona, drei junge Fachfrauen Betreuung, haben im vergangenen Jahr das Projekt «Räuberjagd Weinfelden» lanciert. Entstanden ist die Idee in der Coronazeit. 2022 findet die turbulente Schnitzeljagd erneut statt. Im Interview berichtet Marlies, wie sie und ihre Kolleginnen die «Räuberjagd» erfunden und weiter entwickelt haben.

Wie seid ihr darauf gekommen, eine «Räuberjagd» rund ums Vivala durchzuführen?

Die Idee kam während der Coronazeit auf, als viele Freizeitangebote nicht mehr möglich waren. Wir besuchten den Trail in Romanshorn und Umgebung und dachten: «Hey, das wär’ doch was!» Schlussendlich haben wir zu dritt die Idee «Räuberjagd» weiterentwickelt. Ein Ziel war auch, dass wir das Vivala den Menschen in Weinfelden und Umgebung näherbringen und Begegnungen ermöglichen.

Wie hat sich dieser Prozess gestaltet?

Jede von uns dreien bringt ihre Kompetenzen mit ein und sorgt so für ein gutes Ganzes. Ich bin sehr praktisch veranlagt, Ramona denkt sich die Geschichten aus und Gaia ist fürs Korrektorat der Posten zuständig. Selbstverständlich machen wir alles gemeinsam, damit wir auf gute Lösungen kommen. Das sehr gute Feedback von 2021 hat uns beflügelt, dass wir nochmals Anpassungen machen konnten.

Was hat sich denn verändert im Vergleich zum letzten Jahr?

Der Start ist nun im Vivala selbst. Der Trail ist etwas kürzer. Selbstverständlich haben wir beliebte Postenaufgaben wie das «Rollstuhl fahren» belassen. Wir arbeiten wieder mit QR-Codes, mit denen die TeilnehmerInnen die Aufgaben lösen können. Dieses Jahr waren wir zusätzlich vor die Aufgabe gestellt, den Trail rund um unsere Baustelle zu planen. Ich denke, es ist uns aber sehr gut gelungen!

Die «Räuberjagd» findet zu einem grossen Tag auf dem Gelände vom Vivala statt. Ihr seid ja alle auf der Kinderwohngruppe 8 tätig. Wie habt ihr in eure Vorbereitungen die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppe einbezogen?

Die Kinder und Jugendlichen waren mit uns unterwegs, um die verschiedenen Wege abzulaufen. Zwei Jugendliche halfen mit, die Posten aufzubauen. Die WG 8 ist dieses Mal ein wichtiger Teil der Geschichte. Die TeilnehmerInnen des Trails sind nämlich vor die Aufgabe gestellt, den Räuber verschiedener wichtiger Gegenstände der Kinder und Jugendlichen zu finden. Letztes Jahr haben die Kinder und Jugendlichen auch den Sieger der Räuberjagd per Los erkoren und den Preis überreicht.

Für welche TeilnehmerInnen eignet sich die «Räuberjagd Weinfelden»?

Der Trail ist bis auf einen Posten barrierefrei. Jede und jeder, die Lust hat, kann teilnehmen, ganz egal ob jung oder alt, mit oder ohne Beeinträchtigung. Wir freuen uns auf viele weitere spannende Begegnungen im Vivala!

Die Räuberjagd findet noch bis und mit Mittwoch, 17.8. statt. Ihr findet die „Räuberjagd Weinfelden“ auch auf Facebook.

Logbuch-Eintrag 7: Gustow, Rügen – Stralsund

#insidevivala, Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen, Segeltörn

Nach einen gemütlichen Abend mit fürstlichem Nachtessen, letzten Absprachen sowie auch weisen und anderen Worten  rollen wir fix und foxi in die Kojen. 

Der letzte Schlag nach Stralsund

Packen, putzen, frühstücken, alles an Deck, abrechnen… Alle freuen sich auf: Zuhause!!

Unterdessen werden wir im Stralsunder Hafen willkommen geheissen von der DLRG. Mit zwei Rettungsbooten zirkeln sie lange rund um die beiden Schiffe. Es sind Freunde von Skipper Herman und gleichzeitig die Gäste der nächsten Woche; der Verein kommt an Bord für eine Ferienwoche. 

Ankunft in Stralsund, begleitet von den Freunden der DLRG

Dave speedet an Land und holt die 120 Brötchen für die Carfahrt beim Beck. Unterdessen hat das CH-Team die Schiffe geputzt. 

Ein letztes Mal wird der Klüverbaum hochgetakelt. 

Es war wunderschön…!

Alle können und werden stolz Fuss an Land setzen. Wer kann schon von sich sagen, zwölf Tage auf hoher See gewesen zu sein? WIR Seebärinnen und Seebären. 

Logbuch-Eintrag 6: Sassnitz, Tauchglocke und Dampfeisenbahn

#insidevivala, Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen, Segeltörn

6.7.2022  Sassnitz

Die See in ihrer ganzen Schönheit

Es regnet leicht. Sassnitz hat uns richtig gut gefallen. Dieser traumhafte Ort lädt ein zu Spaziergängen. Eine schöne Fussgängerbrücke verleiht uns Aussicht über Hafenareal und Meer. Apropos Barrierefreiheit: Wir fanden einen Weg, auch Bruno als Rollstuhlfahrer über die lange Fussgängertreppe zurück Richtung Hafen zu tragen.

Am Hafenbecken hat es einige Läden, ähnlich wie in Konstanz, mit Fischereiutensilien und eine Auswahl an Mitbringseln für TouristInnen. Das passt uns in den Kram. Nach und nach erscheinen TeilnehmerInnen an Deck mit Karten, Kapitänsmützen, Kaffeebecher, Muscheln, Bernsteinhalsketten, Piratentücher und vieles mehr.

Aber wo ist Aleksandar? Kurz vor dem Abendessen gab es eine intensive Diskussion betreffend Coupe-Essen – dabei ging es hauptsächlich um die Reihenfolge, wenn ich es mir gut erinnere.

Somit gab es Hinweise, wo wir suchen können. Wer ihn kennt weiss, hier ist Fitness gefragt. Micha leiht sich das Mountainbike von Skipper Jan aus, und findet ihn weit weit weg. Er hatte sich nach einem anfänglichen «Ärger-Spaziergang» dann richtig verlaufen. So hätte Sassnitz fast einen Einwohner mehr gehabt.

Um 8.00h sind 90 Brötchen abholbereit – und nach zehn Tagen Roggenbrot & Pumpernickel eine willkommene Abwechslung. Um 9.00h steht der Einkauf geräucherter Fisch an – die Kostproben um diese Uhrzeit sind gewöhnungsbedürftig. Um 9.45 legen wir ab.

Arbeit an Bord

Routinierte Seglerei, Fisch vom feinsten, gratis Dusche

Die Fahrt nach Sellin machen wir mit fast 9 Knoten, teilweise hart am Wind. Ein Bugwelle erwischt Micha, Dave, Mone und Wiveka gründlich. Duschen brauchen die heute nicht mehr.

An Deck ist es, obwohl es nicht regnet, sehr windig. Das haben viele offensichtlich nicht gerne und sind unter Deck zu finden. Für die Segelmanöver werden wir jedes Mal an Deck gerufen. Da sehen wir, wie nach vielen täglichen Wiederholungen unterdessen erfahrene MitseglerInnen am Werk sind.

Wir essen Fischbrötli, bis wir nicht mehr können. Platte um Platte köstlichen Fischs verschwinden im Nullkomma nichts. Wir machen vieles fürs andere Schiff parat. Sie kommen dann zeitversetzt in den Genuss.

Dampfbahn, Tauchglocke und Stadtbummler

Unmittelbar nach dem Festmachen in Sellin werden drei Gruppen gebildet. Es gibt hier einige interessante Sachen zu erleben, aber dann müssen wir uns beeilen. Es zieht eine Wandergruppe zum Bahnhof – sie fahren nach Göhren mit dem Rasenden Roland, eine Dampfeisenbahn.

Andern laufen ins Städtchen, weiter bis auf die Meeresbrücke. Eine sehr schöne Anlage bietet die Möglichkeit in einer Tauchglocke auf den Meeresboden 20 Minuten zu verweilen.

Die StadtbummlerInnen laufen magnetisch angezogen auf die Shoppingmeile zu. Es tut allen gut mal wieder am Land zu sein.

Es gibt viel zu berichten beim Nachtessen. Der Schreibende schläft allerdings ein über seine Spielkarten, die Uno-Runde wird knapp noch zum Ende gespielt- ab in die Koje!

Und morgen: AUSSCHLAFEN. Brunch gibt es erst ab 10.00h. Wir passen uns gerne dem Wetter an – bis um 11.00h ist Regen angesagt. Für viele hätte es keine schönere Nachricht geben können.

Heartache or headache
Es raucht von allen Seiten

Logbuch-Eintrag 5: Heute lassen wir Bilder sprechen…

#insidevivala, Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen, Segeltörn

Liebe Followers und Freund*innen

Wir posten heute einige Bilder und viele kurze Filme, um euch einen Eindruck von unseren Abenteuern und Erlebnissen an Bord zu vermitteln.

Es schaukelt…
Auf dem Weg zum nächsten Geldautomaten…
Timing ist alles…

Logbuch-Eintrag 4: Hessnaes – Klintholm

#insidevivala, Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen, Glanzlichter, Segeltörn

3.7.2022

Viel Sonne, Wind, leichter Seegang, Frühstück im Wald, Kreidefelsen. Hesnaess ist seeeeehr schön. Und es hat einen wunderbaren Strand.

Pizza für alle ! 

Klintholm. Die 45 Pizzen werden rechtzeitig ausgeliefert. Der Italiener aus der Toscana hat seine Familie und weitere Personen eingespannt, damit alles für uns abholbereit ist. Aaah, er macht auch Musik? „Dann komm heute Abend auf Schiff und spiele für uns- wir singen mit.“ Und so geschah es…

Que sera sera…

Nach einem Überfall aufs sehr kleine Einkaufslädeli geht’s heute nach Rügen/Hiddensee. Alle sind wohlauf und gespannt. Wir machen uns parat.

Logbuch-Eintrag 3: Wale, Wind und Farben – und eine Schiffspanne bei bestem Wetter

#insidevivala, Ein Blick hinter die Kulissen, Glanzlichter, Segeltörn

1.7.2022

Damit es nicht kitschig wird nach so viel Traumwetter, spielen wir Regen ein. Wir wollen ja niemand neidisch machen. Bei Nass und Grusig geht’s los, so verlassen die beide Schiffe den kleinen Hafen von Fejoe.

«Im Päckli» drehen sich die Schiffe zunächst rückwärts um das Hafenkanteneck, um sich dann weiter -verbunden durch die Heckleine- bei vollem Rückwärtsgang aus dem kleinen Hafen zu kommen. Mal wieder ein Manöver, das viele – auch an Land- ins Staunen bringt, und begeistert lässt.

Viele an Bord entscheiden sich für die gemütlichen und vor allem trocknen Aufenthaltsräume unter Deck.  Aber es gibt auch welche, die geniessen das schaurige Wetter bzw. trotzen Regen und Wind.

Diese Segelarbeit wird heute von sehr wenigen Seefrauen und -männern (Doris, Lars und Pascal )   bestritten, es wird an Deck flink gearbeitet. Aufs Mal gibt’s einen Freudenschrei! Tatsächlich: Schweinswale begleiten uns. Da kommen selbst die heute wasserscheuen Menschlein kurz an Deck, um sich dieses seltene Vergnügen nicht entgehen zu lassen.

Später am Tag frischt der Wind auf, das Wetter ist immer noch grau allerdings wechseln sich die Wolkenpartien stetig ab. Es sind eindrucksvollen Bilder für die je niegen, welche sich draussen an Deck aufhalten.

Auch Unterdeck gibt es heute viel Farbe auf Papier. Die Malereien sind offensichtlich von den vielen Stimmungen, Bildern und Erlebnissen inspiriert und geben dies mit viel Freude und Begeisterung auch fürs Detail aufs Papier weiter. 

Etwa um 18.15 Uhr sind wir in Nysted. Das Schiff muss noch fest gemacht werden. Dave und Shalin bereiten alles vor, damit so schnell wie möglich an Land gesprungen werden kann. Der Lebensmittelladen hat nur bis 19.00 Uhr offen. Mit zwei Helfern – Alexandar und Johannes – schaffen wir den Abfall weg und haben 15 Minuten, um den Grosseinkauf zu machen. Shalin schwitzt und die Szenerie gleicht so einer Samstagabendschau: «Geben Sie in 15 Minuten so viel Geld aus wie möglich». Es vermag allerdings den Ladenverkäufer nicht sanftmütig stimmen. Er tickt nochmals auf seine Uhr von wegen wir sollen uns beeilen.

Erst beim Retourlaufen haben wir Augen für die Schönheit dieser schmucke Ortschaft – ein wunderschönes Städtchen. Zurück auf dem Schiff, haben die Skipper Blachen gespannt, so dass wir alle darunter gemütlich Platz haben und essen können. Hey, ooooh Wiveka ist wieder da- Jubel kommt auf. Das Team hier wieder komplett und: Stefan kann Sonntag nach Hause fliegen. Er wird mit einer Flugbegleiterin von der Rega abgeholt. Er wurde bereits operiert und es geht ihn gut. Wir wünschen Stefan alles Gute und guten Heilungsverlauf.

Spät, etwa um 22:00 haben wir gegessen, und es regnet ruhig weiter. Wir installieren das Open-Air Kino und schauen Karibik-Piraterie bis in nächtliche Stunden.  Gleichzeitig steigt nach zwei Stunden intensiver Beratung in der Kajüte, weisser Rauch. Skipper Herman und Skipper Jan haben mit Dave Einigkeit betreffend Route und Programm für die nächsten Tage machen können. Es wird eben Wind kommen, viel mehr als uns guttun wird. Dies verlangt ein komplettes Umdenken. Wir streichen Kopenhagen und Schweden definiv. Dafür werden wir Rügen anlaufen, zunächst aber noch zwei Tage in Dänemark bleiben.  Dann rollen wir ins Bett, manche sind uns schon vorausgegangen.

2.Juli Nysted – Hesnaes

Die Sonne brennt uns beim Aufstehen schon ins Gesicht. Viel Wind gibt’s auch. Herrlich.

Dave und Pascale speeden in die Apotheke zwecks Sondermission für einen der Teilnehmenden. Unterdessen macht Matrose Pascal die dickste Schiffsleine parat. Nachdem wir viele Schachteln an Bord gebracht haben – nein, keine Medis, wir kamen an einer Konditorei vorbei – konnte es losgehen beim Seilziehen. Es dauert ein wenig, bis die Mannschaften beidseitig Position eingenommen haben.

Wir geben alles und sind jetzt wieder fit für den Tag. Hopp hopp an Deck jetzt, und im Nu sind wir weg, Wind, Wellen, super Segelgeschwindigkeit. Bei sieben Knoten laufen beide Schiffe durch eine interessante Fahrroute. Abfallen, anluven, abfallen, anluven, und jedes Mal dreht sich das 40 Meter lange Schiff schön zwischen den Schiffstonnen- so heissen diese Seezeichen.

Ein Knall, ein Geräusch, wrooooooommmmm! da kommt das Grosssegel runter. Ein Unfall, zum Glück hat niemand Schaden genommen. Wir müssen die Segel bergen und die Sache muss repariert werden. Es wird zwei Stunden gewerkelt, bis das behoben sein wird. Bis dahin bleiben wir vor Anker.

Die Pegasus ist schon längst aus Sicht verschwunden; beim Seilziehen hat es knapp nicht gelangt, aber dafür werden sie den Hafen von Hesnaess um Stunden früher einlaufen können.

Kurzer Gruss aus dem Spital

#insidevivala, Ein Blick hinter die Kulissen, Segeltörn

Kurzer Gruss aus dem Spital – Sygehus – in Svendborg: Stefan geht es gut, sein Fuss schmerzt schon lange nicht mehr. Er wartet ganz ruhig auf die heutige Stabilisationsoperation. Der Bruch wird nochmals gerichtet, das Bein von aussen mit Schienen stabilisiert. Damit ist er dann flugbereit und kann am Samstag mit Hilfe der REGA in die Schweiz fliegen. Ein abrupter Abschluss vom Segeltörn für ihn. Er hat sich riesig auf das Abenteuer gefreut, nimmt es aber auch gut hin: „So isch es jetzt halt wieder“. 

Im Spital essen wir zusammen, wobei ich mein Essen jeweils mitbringe. Als ich gestern an meinem Salat knabberte, meinte er ganz trocken „Das isch gut für dich, musst abnehmen“. Ich teilte ihm „frecher Hagel“ aus – woraufhin er meinte, „das isch nöd frech, das isch d`Wahrheit“. Ja, wo er recht hat, hat er recht. Mein Dessert hat er dann genüsslich mit mir geteilt, ohne weitere Mahnfinger. 

Ich versuche mich gut zu erholen. Nachts zu schlafen im Hotel, das genau am Bahnhof liegt – mit Festgetöse vom Turnfest mit 50000 Besuchern, also schön mittendrin – geht gut, solange es lärmig ist. Ich erwache, wenn es ruhiger wird, gegen 4h, damit ich meinen Arbeitskollegen auf dem Schiff bald wieder etwas entlasten kann. Momentan haben sie die Betreuung von „meinen“ Bewohnern übernommen. Laut Dave geht es allen bombastisch gut, was ich auch glaube und mich sehr freut. So kann ich ganz ruhig Stefan begleiten, dafür schauen, dass er sich – auch wenn ich bald weg bin – gut beschäftigen kann. 

Ich geniesse jeden Moment, ob auf hoher See, im Hafen, im Sygehus und – vielleicht ganz speziell – auf dem kleinen Spezialschnellboot. Dies ist ein wunderbares Abenteuer – Bewohner und Personal auf Augenhöhe, es braucht jeden um weiterzukommen und um es gut zu haben zusammen.

Wiveka Schäfli, andante Steckborn

Logbuch-Eintrag 2 vom 29.6.2022: Bagenkop – OmØ

#insidevivala, Ein Blick hinter die Kulissen, Segeltörn

Sturz und fliegender Wechsel

8.30h : Auf beiden Schiffen wird ein Frühstücksbuffet auf dem Tisch gezaubert. Gestern haben wir das Taxi für Stefans Transport zum Spital Svenborg bestellt, damit wir heute um 7.30h abfahren konnten. Stefan hatte nämlich sich gestern beim Segelsetzen seinen Fuss verletzt, indem er nach hinten stapfte und einen Absatz von 50 cm übersehen hatte. Dabei fiel er unglücklich hin und klemmte seinen Fuss ein. Im Spital wird ein Bruch bestätigt. Die Abklärungen ergeben, dass er bleiben muss und die Reise nicht weiterverfolgen kann. Dave beordert Wiveka ins Spital, somit kann er – leider ohne Stefan -zurück aufs Schiff. Mit dieser Lösung ist Stefan nicht lang allein im Spital und es kann alles Weitere in Ruhe organsiert werden. Die Elegant hat unterdessen weit vor Spodbjerg geankert und Wiveka wird von Herman mit dem Rettungsbeiboot ans Land «gespeedet». Dave kann nun wieder mit Herman zurück aufs Segelschiff fahren. Eine sportliche Aktion bei ordentlichem Wellengang und es verleiht dem Wort «Eiertütschen» neue Dimensionen. Um 17.00h klettern wir ziemlich nass und mit einem Adrenalin-High wieder auf die Elegant – zu dem Zeitpunkt ist Wiveka bereits im Spital angekommen. Stefan trägt sein Schicksal mit Fassung – er wird bald die Rückreise in die Schweiz antreten.

Wind

Die Schiffe nehmen schön Fahrt auf. Beide Schiffe fegen mit voller Besegelung Richtung Omö, wir laufen etwa um 19.30h ein. Während des Essens werden alle auf den neuesten Stand gebracht betreffend Stefan, auch das Programm für morgen wird besprochen. Wir legen erst um die Mittagszeit ab, somit kann ausführlich der schöne Badestrand genossen oder einfach mal nichts getan werden. Es läuft ja immer etwas und immer auch mal etwas krumm oder dumm. Hier braucht man echt keine Unterhaltung suchen… Es folgt ein unwahrscheinlich schönes Abendrot, richtig dunkel wird es gar nicht – dafür tiefblau. Was für ein Schauspiel!

Teambildung

Eine kurze Evaluationsrunde tut gut. Während wir uns vor der Elegant auf der Mole sitzend besprechen, wie wir uns – auch bei aussergewöhnlichen Belastungen – möglichst gut im Schuss halten, stellt sich auf dem Schiff selber ein spannendes Bild ein: Wo sind die Betreuer? Ein erstes Fläschli fliegt über Bord und es führt zu heftigen Diskussionen unter den – in dem Moment eben nicht betreuten Teilnehmenden – sie regeln es irgendwie unter sich. Nein, nicht petzen, du…! Teambildung eben.