Weihnachtsgeschenke aus dem Blickfang

Dabei sein, Geschenkideen aus dem Blickfang

In unserem Blickfang-Laden erwarten euch aktuell viele Geschenke, die unsere Betreuten aus Ton hergestellt haben. Ganz gleich ob fürs kleine oder grosse Budget – bei uns findet ihr bestimmt ein MItbringsel. Wir freuen uns auf euren Besuch!

Die 10. Lernbörse der Stiftung Vivala: Mitarbeitende bilden Mitarbeitende

Lernen im Vivala

Am Freitag, 23. November fand zum 10. Mal die Lernbörse der Stiftung Vivala im katholischen Pfarreizentrum in Weinfelden statt. Unter dem Motto „Mitarbeitende bilden Mitarbeitende“ bereiten sich Betreuungspersonen aus dem Erwachsenen-Wohnbereich sowie Gastreferent Aleksander Knauerhase während einiger Wochen auf diesen Tag vor. So konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer Referate zum Thema „Männerschnupfen“,„Kräuter“, „Die autistische Wahrnehmung verstehen“, „Lampenfieber“ und „Die fünf Sprachen der Liebe“ besuchen. Begleitet wurde der Weiterbildungstag durch die zum Motto „Kräuterküche“ passende Verpflegung der Institutionsküche.

Geschäftsleiter Dave Siddiqui sagte dazu: „Es ist sehr bereichernd Anlässe wie die Lernbörse begleiten zu dürfen, da „Lernen“ auf möglichst vielen Ebenen stattfindet, gleichzeitig kollegiale Begegnung, Fachlichkeit und Kommunikation unterstützt wird. Das Konzept wurde in den letzten Jahren weiterentwickelt und hat sich absolut bewährt.“


Impressionen vom Lehrlingslager 2018

Dabei sein, Glanzlichter, Lernen im Vivala

Gute Stimmung. Bombenwetter. Tolle Teamleistung.

Mit diesen Worten, um nur ein paar wenige zu nennen, würde ich das Lehrlingslager 2018 beschreiben.Wie im Vorjahr bot das Hostel Depot 195 in Winterthur, den Ausgangspunkt der diesjährigen Lagertruppe.Eine Küche, um die Kochfertigkeiten der Lehrlinge zu testen.
Die Terrasse, welche Platz für einen Pizzaabend bot oder für gemütliches Verweilen unter dem Sternenhimmel. Hostelgäste, die mit der nötigen Prise Offenheit und Interesse unseren Bewohnern gegenübertraten.
Vieles und noch mehr hat das Hostel uns gegeben.

Vollsten Einsatz wurde seitens der Lagergruppe gefordert, um gewisse Hindernisse zu überwinden. Ein scheinbar unüberwindbarer Abgrund wurde mit erstaunlicher Souveränität gemeistert, um schliesslich in der Nähe eines Wasserfalls, die verdiente Bratwurst zu geniessen.

Solche Höhenflüge vollbrachten wir am Flughafen nicht, jedoch konnten wir uns auf der Aussichtsplattform an ihnen erfreuen. Bei glasklarem, strahlendem Himmel, wohlgemerkt. Eine Beschreibung des Wetters, welche für die ganze Woche treffend ist. Nicht nur der Himmel erstrahlte in tiefem Blau, sondern auch das Quellwasser vom Bad Zurzach.
Gegen Ende der Lagerwoche kam uns etwas Erholung sicherlich gelegen.

Gerade genug Erholung, um am Abend der benachbarten Bar, „Kraftfeld“, gerecht zu werden. Sichtlich geschafft und bereit für weit weniger turbulente Tage, kamen wir im vertrauten Vivala wieder an. Ein grosser Dank an Alle, die so einen bewundernswerten Einsatz gezeigt haben und es ermöglichten, das Lehrlingslager 2018 als sehr erfolgreiches und harmonisches Lager zu kennzeichnen.

(Manuel H., 2. Lehrjahr in der Ausbildung zum Fachmann Betreuung)

 

Fotografischer Rückblick auf die Chilbi 2018

Dabei sein, Geschenkideen aus dem Blickfang, Glanzlichter

Vor einigen Tagen fand unsere traditionelle Chilbi statt. Mit diesem fotografischen Rückblick denken wir nochmals zurück an all die wertvollen Begegnungen und die schönen Erlebnisse.

Oder wie es schön heisst: Nach der Chilbi ist vor der Chilbi.

Herbstliche Grüsse aus dem Blickfang!

Dabei sein, Geschenkideen aus dem Blickfang

Nach Wochen voller Wärme und Sonnenschein ist nun auch im Thurgau der Spätsommer eingekehrt. In unserem Blickfang finden Sie viele schöne Mitbringel und herbstliche Geschenke. Wir freuen uns, wenn Sie bei uns vorbei schauen!

Eine ganz besondere Kochstunde

Dabei sein, Glanzlichter

Am 23. August fand im Vivala eine besondere Kochstunde statt: Die drei Spitzenköche Reto Lüchinger vom Gasthof Eisenbahn und Jürg Langer vom Gasthaus zum Trauben in Weinfelden, und Gerhard Kininger vom Restaurant Zum Grünen Glas in Zürich. Gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern kochten sie ein feines Mittagsmenü.

 

 

Interview mit Dessertbuchautorin Andrina

Dabei sein, Glanzlichter, Lernen im Vivala

Unsere ehemalige Lernende Andrina gewann im Juli 2018 einen Preis für ihre Maturaarbeit „Dessertbuch in Leichter Sprache“. In diesem Interview berichtet sie, wie sie dieses Buch geschrieben hat.

Wie kamst du darauf, ein Dessert-Buch in Leichter Sprache zu erstellen?

An einer Lernbörse im Vivala hielt jemand einen Vortrag über Leichte Sprache. Dieses Thema faszinierte mich und ich wollte es weiter vertiefen. Dass ein Kochbuch mit vielen Bildern und vielleicht sogar mit Cups/Bechern anstatt mit Masseinheiten sinnvoll wäre, diskutierten wir bei einem Weihnachtsessen mit Freunden und Verwandten. Beiläufig wurde mir gesagt, dass ich so ein Buch ja im Rahmen meiner Abschlussarbeit für die Schule erstellen könnte. Die Idee liess mich nicht mehr los und als es dann in der Schule um die Themenauswahl ging, suchte ich frühzeitig Mentoren, die mich in dieser Arbeit unterstützen würden. Dass es ein Dessertbuch und kein Koch- oder Backbuch wurde, hängt damit zusammen, dass ich wollte, dass das Buch für möglichst viele Personen hilfreich ist. Ich wollte nicht diejenigen Personen ausschliessen, die aus Sicherheitsgründen keinen Backofen oder Herd bedienen dürfen oder das nötige Wissen dafür nicht haben. In dem Dessertbuch hat es nun neun Rezepte und nur für zwei Rezepte wird ein Backofen benötigt.

Vor welchen Herausforderungen standest du bei dieser Arbeit?

Herausfordernd war das Verfassen der Rezepte. Leichte Sprache hat Richtlinien, an die man sich halten muss. Es gibt auch einen Duden Leichte Sprache, der mir geholfen hat. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich stundenlang nach einem einfacheren Wort gesucht habe oder die Sätze immer wieder neu umformuliert habe, bis sie trotz Leichter Sprache inhaltlich und grammatikalisch korrekt waren.
Viele Schwierigkeiten stellte ich erst fest, als ich die Rezepte mit einem Bewohner ausprobierte. Ich merkte, dass er Abkürzungen von Masseinheiten nicht verstehen und Esslöffel von Kaffeelöffeln nicht voneinander unterscheiden kann. In der definitiven Version schrieb ich die Masseinheiten dann aus und unterschied zwischen „grosser Löffel“ und „kleiner Löffel“.
Das Fremdwort Muffin konnte er trotz Hilfe nicht lesen und verstehen. Ich nannte die Muffins dann Schokoladenküchlein.

„Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich stundenlang nach einem einfacheren Wort gesucht habe oder die Sätze immer wieder neu umformuliert habe, bis sie trotz Leichter Sprache inhaltlich und grammatikalisch korrekt waren.“

Was hat dir Spass gemacht, was weniger?

Kochen und Backen zähle ich zu meinen Hobbies, deshalb hat mir der Arbeitsschritt des Zubereitens der Desserts besonders gut gefallen. Das grösste Highlight war dann aber die Durchführung gemeinsam mit einem Bewohner von der Wohngruppe, auf der ich arbeitete. Er konnte mithilfe des Rezepts selbständig den Einkauf erledigen und den Dessert zubereiten. Voller Stolz streckte er mir den Teller Muffins entgegen und sagte „Andrina, weisst du, ich bin jetzt nicht mehr nur Musiker, ich kann jetzt auch backen“.

Natürlich bestand meine Interdisziplinäre Arbeit nicht nur aus dem Dessert-Buch, sondern ich musste auch eine schriftliche Arbeit mit Einleitung, These, Theorie und Fazit abgeben. Da sie interdisziplinär sein musste, wählte ich die beiden Fächer Deutsch und Naturwissenschaften. Meine Aufgabe war es dann, die Erarbeitung des Dessertbuchs mit Literatur aus diesen beiden Fächern zu verbinden. Der praktische Teil hat mir deutlich mehr Spass gemacht als das Schreiben, auch wenn ich viel dazulernen und profitieren konnte.

„Das grösste Highlight war dann aber die Durchführung gemeinsam mit einem Bewohner von der Wohngruppe, auf der ich arbeitete.“

Wie viel Zeit hast du in diese Arbeit investiert?

Wie viel Zeit ich genau brauchte, kann ich nicht sagen. Aber mit einem kurzen Arbeitsablauf kann man sich vielleicht etwas darunter vorstellen:
1. 10 Rezepte überlegen, die keinen Alkohol/Kaffee enthalten und einfach sind (z.B. kein Eier-trennen)
2. Einkaufsliste erstellen und einkaufen
3. Alle Zutaten einzeln fotografieren
4. Alle Hilfsmittel (Löffel, Schüssel etc.) fotografieren
5. Backen/zubereiten der Desserts
6. Desserts schön herrichten fürs Foto
7. Desserts fotografieren
8. Bilder bearbeiten
9. Mich mit Theorie Leichte Sprache auseinandersetzen
10. Beispielrezepte in Leichter Sprache lesen
11. Rezepte in Leichter Sprache schreiben
12. Erste Überprüfung der Rezepte: Texte in ein Prüftool eingeben
13. Zweite Überprüfung der Rezepte: Texte einem Experten in Leichter Sprache zum Gegenlesen geben
14. Dritte Überprüfung: Texte mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung gemeinsam lesen
15. Rezepte mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung testen (einkaufen/zubereiten)
16. Texte anpassen/vereinfachen
17. Dessert-Buch gestalten
18. Testversion bestellen und nochmals überarbeiten
19. Definitive Version bestellen

Kann man das Buch bei dir erwerben?

Ich habe das Buch auf einer App für Fotobücher gestaltet und dort bestellt. Wenn jemand Interesse hat, kann ich jederzeit ein Buch nachbestellen. Leider sind die Bücher da sehr kostspielig. Mein Ziel für die Sommerferien ist es deshalb, das Buch in einem anderen Format nochmals neu zu gestalten. So könnte ich bei Interesse auch einzelne Rezepte ausdrucken oder ich könnte die Datei sogar bei Amazon hochladen, damit meine Rezepte in Leichter Sprache als Buch veröffentlicht und dort bestellt werden können.

Liebe Andrina, danke für dieses Interview und dieses tolle Buch! Wir bleiben gespannt! Alles Gute für deine Zukunft!

 Andrina_Dessertbuch

Fünf junge Berufsleute im Gespräch

Lernen im Vivala

Andrina, Claude, Milena, Selina und Pascal haben im Juli 2018 ihren Berufsabschluss zur Fachfrau / Fachmann Betreuung gemacht. In diesem Interview geben sie einen Einblick in die Berufsausbildung im Vivala.

Was gefällt euch an eurem Beruf?

Andrina: Am meisten gefällt mir die Zusammenarbeit mit den beeinträchtigten Personen. Es bereitet mir Freude, sie in ihrem Alltag zu unterstützen, zu fördern oder auch einfach nur ein offenes Ohr für sie zu haben. Ich erlebe täglich neue Herausforderungen und Highlights. Anders als in einem Spital betreuen wir im Vivala die Bewohner und Bewohnerinnen über eine lange Zeit und können so eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Auch die Arbeit im Team ist für mich etwas Schönes. Wir unterstützen uns gegenseitig und profitieren voneinander.

Claude: Zusammen mit einem Menschen mit Beeinträchtigung etwas erarbeiten, das ihm hilft, sein Alltagsleben zu meistern. Man ist für die Organisation für die Betreuten zuständig was heisst: z.B. Coiffeur-Besuch, Ausflüge machen, Kuchen backen und den Betreuten das Alltagsleben zu koordinieren. Man bekommt sehr viel Vertrauen und kann viele Arbeiten selbständig erledigen.

Milena: Mir gefällt an diesem Beruf besonders, dass das Miteinander sehr wichtig ist. Mir macht es grossen Spass, die Klienten im Alltag zu begleiten und ihnen die nötige Unterstützung zu geben. Als Fachfrau Behindertenbetreuung ist kein Tag gleich wie der andere; jeder bringt neue Herausforderungen und schöne Momente. Die Klienten geben einem sehr viel zurück.

„Ich erlebe täglich neue Herausforderungen und Highlights“

Andrina

Pascal: Ich habe sehr gerne Menschen um mich und es ist sehr erfreulich, sie bei ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen und ihre Lebensfreude zu beobachten.

Selina: Das Fördern, Begleiten und Unterstützen von Menschen mit einer Beeinträchtigung bereitet mir grosse Freude. Es ist auch immer sehr schön, die Fortschritte zu sehen, die ein Kind macht. Das Zusammenarbeiten mit den verschiedenen Bereichen ist sehr interessant. Man hört so viele unterschiedliche Ansichten und kann diese Perspektiven berücksichtigen.

Was sind die Schattenseiten des Berufs?

Selina: Wenn man diesen Beruf erlernen will muss einem klar sein, dass die Bewohner und Bewohnerinnen, egal ob es Kinder oder Erwachsene sind, zum Teil die ganze Woche inklusive Wochenende auf der Wohngruppe sein könnten. Das heisst für uns Mitarbeiter, dass wir auch am Wochenende arbeiten und unregelmässige Arbeitszeiten haben. Auch geteilte Dienste sind in diesem Bereich nichts Aussergewöhnliches.

Milena: Die unregelmässigen Arbeitszeiten sind sicherlich eine grosse Herausforderung der man sich stellen muss. Eine Aufgabe der Fachfrau Betreuung ist es auch für Ordnung und Sauberkeit auf der Gruppe zu sorgen, dies macht Mal mehr und Mal weniger Spass.

Pascal: Die Schattenseiten des Berufs sind Schichtdienste, Wochenenddienste und personelle Engpässe, welche sich negativ auf die Betreuung der Bewohner auswirken können. Dazu kommt noch eine gewisse körperliche Belastung.

Andrina: Wie gesagt bringt der Beruf auch Herausforderungen mit sich. Mit physischer oder psychischer Gewalt konfrontiert zu werden, ist belastend. Ebenfalls schwierig ist zu sehen, wenn es einem Bewohner oder einer Bewohnerin nicht gut geht. Für solche Situationen haben wir geregelte Abläufe und auch Ansprechpersonen, die einen in herausfordernden Situationen unterstützen. Es ist wichtig, dass man lernt, sich abzugrenzen und die Arbeit hinter sich zu lassen, wenn man Feierabend hat. Der Beruf Fachfrau Betreuung in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung hat in der Gesellschaft einen nicht so hohen Stellenwert. Das finde ich schade. Oft muss man sich rechtfertigen, weshalb gut ausgebildete Betreuungspersonen wichtig sind.

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Was muss eine Lernende mitbringen, damit sie diesen Beruf erlernen kann?

Milena: Eine Fachfrau Betreuung arbeitet im Team mit verschiedenen Berufen sowie mit den Klienten. Eine der wichtigsten Kompetenzen ist sicherlich, dass die Person Freude am Umgang mit Menschen hat. Auch ist eine gewisse Belastbarkeit von Vorteil, um mit schwierigen Situationen umgehen zu können. Aber das Wichtigste ist die Freude gemeinsam mit den Klienten den Alltag zu gestalten und sie in ihrem Tun zu unterstützen.

„Ich denke, es braucht viel Selbst- und Sozialkompetenz“

Pascal

Selina: Primär ist es mal wichtig, dass man Freude, Menschlichkeit, Motivation, Flexibilität, Spontanität und viel Energie mitbringt. Alles andere lernt man an der Berufsschule oder direkt im Betrieb und während der Arbeit mit den zu betreuenden Menschen.

Andrina: Teamfähigkeit, Empathie und Reflexionsbereitschaft sind wichtige Eigenschaften als Fachfrau Betreuung. Ebenfalls muss sich eine Lernende bewusst sein, dass in unserem Beruf hauswirtschaftliche Tätigkeiten dazu gehören. Die Wohngruppe muss regelmässig gereinigt werden und je nach Wohngruppe wird auch das Abendessen selber zubereitet.

Claude: Ganz viel Empathie, Flexibilität und Geduld, die man für die Bewohner und Team benötigt. Eine Portion Selbstsicherheit und den Mut haben die eigene Meinung zu vertreten zu können, die Bereitschaft auch an seiner eigenen Persönlichkeit zu arbeiten, in dem man seine eigenen Muster analysiert.

Was würdet ihr einer Freundin, einem Freund raten, der sich für diesen Beruf interessiert?

Pascal: Mach ein Praktikum, wenn dir der Beruf dann immer noch gefällt, kannst du dir sicher sein, dass es das Richtige ist für dich.

Claude: Mehrmals einen Schnuppertag oder eine Schnupperwoche absolvieren, um möglichst ein einheitliches Bild zu bekommen. Jeder Mensch ist anders, entsprechend sind auch die Wohngruppen unterschiedlich. Zudem würde ich die Heimphilosophie gut anschauen den es gibt ganz unterschiedliche Ansätze wie man die Menschen mit Behinderungen begleitet.

„Bei mir war es so, dass ich sofort gespürt habe, dass es das ist was ich machen möchte.“

Milena

Andrina: Mit dem Beruf Fachfrau/Fachmann Betreuung kann man mit unterschiedlichem Klientel zusammenarbeiten. Es gibt die Fachrichtung Kinderbetreuung und die Fachrichtung Behindertenbetreuung. Je nach Behinderungsart unterscheidet sich die Arbeit der FaBe stark. Das Schnuppern war für mich eine wichtige Erfahrung. Ich konnte mir anfangs nur schwer vorstellen, was man in diesem Beruf genau macht, ob ich mir diese Arbeit zutraue und ob sie mir gefällt.

Milena: Auf einer Wohngruppe bekommt man die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeit als FaBe zu erhalten. In einer Institution ist eine ganz andere Atmosphäre, als wenn man die Menschen mit speziellen Bedürfnissen ausserhalb der Institution sieht. Bei mir war es so, dass ich sofort gespürt habe, dass es das ist was ich machen möchte.

Wie erlebtet ihr die Ausbildung im Vivala?

Andrina: Für mich waren es drei sehr lehrreiche und kurzweilige Jahre. Ich fühlte mich während der Ausbildung in der Regel gut begleitet. Während der Lehre durfte ich die Berufsmaturitätsschule besuchen, dies war oft sehr anstrengend, doch bin ich dankbar für diese Möglichkeit und die Unterstützung des Betriebes.

Claude: Ich empfand die Ausbildung als anspruchsvoll, weil Theorie und Praxis sich teilweise nur bedingt verknüpfen lassen, und dabei zu erahnen welche Handlungsansätze die richtigen sind. Dabei konnte ich jederzeit mich auf das Team verlassen und konnte entsprechend Rückfragen stellen oder erhielt auch die Unterstützung.

„Ich habe die drei Jahre mit den Kindern sehr genossen.“

Selina

Selina: Die Ausbildung hier in der Stiftung Vivala war eine sehr lehrreiche und schöne Zeit. Ich habe die drei Jahre mit den Kindern sehr genossen. Durch die Berufsbildnerin wurde ich gut begleitet und unterstützt und ich werde vieles auf meinen weiteren Lebensweg mitnehmen.

Milena: Im Vivala hat die Ausbildung einen sehr hohen Stellenwert. Es wird sich sehr viel Zeit für die Ausbildung von Lernenden genommen. Auch empfand ich es als sehr angenehm, dass es mehrere Lernende in der Stiftung hatte, mit welchen man sich austauschen konnte.

Was ist vielleicht der Unterschied zu anderen Ausbildungsinstitutionen?
Milena: Im Vivala wechselt man jedes Jahr die Wohngruppe; dies ermöglicht einem einen Einblick in verschiedene Gruppen. Dabei lernt man verschiedene Gruppendynamiken, Handlungsgrundsätze sowie verschiedene Arten von Beeinträchtigungen kennen. Ich empfand dies als sehr positiv. Zudem haben wir einen Lernendentreff, dieser findet halbjährlich statt: Dabei können sich die Lernenden austauschen und den gemeinsamen Kontakt pflegen. Zudem haben wir als einzige Institution im Thurgau ein Lehrlingslager. Dabei geht jede Lernende/r mit einem Klienten eine Woche gemeinsam ins Lager. Für mich war das immer ein Höhepunkt im Jahr. Man durfte dabei eine Woche wie eine „richtige“ FaBe arbeiten. Auch konnte man den Kontakt zu den anderen Lernenden intensiv pflegen.

„Hier erarbeitet man alles selber, mittels Modelllehrgang, dabei wird man durch einen Berufsbildner unterstützt.“

Claude

Claude: In meiner ersten Ausbildung hatte ich viel mehr interne Kurse, wo man fachspezifische Fächer nochmals angeschaut hat und auf die eigenen Betriebsregeln eingegangen ist. Hier erarbeitet man alles selber, mittels Modelllehrgang, dabei wird man durch einen Berufsbildner unterstützt.

Selina: Das Vivala ist im Vergleich zu anderen Institutionen ein eher grösserer Betrieb und bietet daher auch mehr Weiterbildungen an, wie zum Beispiel den Kinästhetik-Grundkurs.

Pascal: Ich denke, dass man auf Grund des Gruppenwechsels mit vielen verschiedenen Behinderungsformen in Kontakt kommt und diese kennen lernt. Ich habe den Eindruck, dass dies nicht in allen Institutionen der Fall ist.

Andrina: In der Stiftung Vivala wechseln die Lernenden jedes Jahr die Wohngruppe. Somit hatte ich die Gelegenheit in den drei Jahren Lehre drei verschiedene Teams und drei Wohngruppen mit unterschiedlichen Bewohnern/Bewohnerinnen kennenzulernen. Diese Wechsel empfand ich als sehr lehrreich.

 

Vielen Dank an Milena, Andrina, Pascal, Selina und Claude für dieses Interview!

Lehrabschluss Fachleute Betreuung 2018

Dank an alle!

Dabei sein, Glanzlichter, Segeltörn 2018

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vivala und Besmerhuus
Liebe Schiffscrew Jantje und Jan Huygen
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Liebe Spenderinnen, Spender, Sponsorinnen und Sponsoren

Das sehr gelungene 14-tägige Segel-Abenteuer ist schon wieder vorbei – aber die Erinnerungen bleiben! Wir waren vom 21. Juli bis 05. August 2018 mit zwei Schiffen auf der Ostsee unterwegs und haben von dort aus eine wunderbare Reise zu verschiedenen Häfen gemacht: Stralsund, Rügen, Dänemark bis nach Kopenhagen, Malmö in Schweden und wieder zurück. Dabei haben wir etwa 250 Seemeilen zurückgelegt.

Die Reise war aus seemännischer Sicht betrachtet eher von Flaute geprägt. Europa unter Hochdrucklage liess grüssen. Aus Perspektive des Segelreise-Projekt-Gedankens war es ein erlebnisreiches und gelungenes Miteinander.

„Wir erkunden neue Horizonte, leben Gemeinsamkeit ohne Gleichheitsbestreben und gehen gemeinsam an Grenzen.“

Denn genau das passiert auf so einer Reise. Feine Begegnung von Gedanken, Unsicherheiten und Aktionen. Neues wagen, um sich dadurch auch wieder am Vertrauten erneut zu erfreuen. Sich einlassen, kleine und grosse Erlebnisse ermöglichen für Betreute und Betreuende. Von all dem gab es auf dieser Reise unzählig viele schöne und eindrückliche Beispiele!

Guter Groove, kollegiale Offenheit, gemeinsame Freude
So ein Segeltörn braucht, nebst reiselustigen Teilnehmer/innen, eben engagierte Begleitpersonen, die bereit sind, auch in anspruchsvollen Situationen und in ungewohnter Umgebung all das zu tun, was es braucht, damit es den betreuten Personen gut gehen kann. Auch das „selbst dabei sein“ darf dabei nicht vergessen gehen. So entsteht auf ganzer Linie ein „guter Groove“ und genau das hat sehr gut funktioniert auf unserem gemeinsamen Abenteuer.

Besonders hervorheben möchte die gelebte kollegiale Offenheit, gegenseitiges Interesse an fachlichem Austausch und Freude daran zu entdecken, wie es eben auch mal anders als üblicherweise gehen kann. Beispielsweise indem man gegenseitig schaut, welche Lösungswege in der neuen Umgebung gefunden werden können für praktische, aber auch agogische Angelegenheiten. Das Vivala-Team hat seine Erfahrung und Hilfsbereitschaft etabliert und es so auch den Newcomern ermöglicht, voll und ganz dabei zu sein.

Auch Herausforderungen gemeinsam meistern
Dass eine unserer Teilnehmerinnen beim an Land gehen gestürzt ist, ist sehr bedauerlich und wir sind alle sehr erleichtert, dass Rosi Glück im Unglück hatte und nur oberflächliche Verletzungen davon getragen hat. Sie ist unterdessen auch wieder zuhause. Wie gut, dass wir unseren Schiffsarzt Fredy dabei hatten. Er hat sich fachmännisch und mit Herz um Rosi gekümmert, aber auch um kleine Wehwehchen von Betreuten und Mitarbeitenden.

Die Schiffscrew ist ebenfalls entscheidend für alles, was auf so einer Reise entstehen kann. Es war uns eine besondere Freude zu sehen, wie sich die Crew rundum rücksichtsvoll um unsere doch ziemlich bunt gemischte Gruppe gekümmert und sich auf sie eingestellt hat. Da war auch viel Spontanität und Herz zu spüren. Dass wir diese Reise schon öfters mit der Reederei van Linschoten machen konnten, erweist sich immer wieder als sehr positiv. Die grosse Offenheit der beiden Crews ist keine Selbstverständlichkeit und wir alle konnten von den gemeinsamen Erfahrungen profitieren.

Smutje Shaline, unsere Schiffsköchin, hat ihre Aufgabe auf hoher See gut verstanden und sportlich gemeistert, davon haben wir alle profitiert – auch wenn der Wurst-Käse-Salat den Holländern eher spanisch vorkam.

Ich persönlich habe mich sehr gefreut über herzhafte Begegnungen mit und zwischen Bewohner und Bewohnerinnen aus dem Vivala und dem Besmerhuus. Sie pflegten auch untereinander einen sehr rücksichtsvollen und hilfsbereiten Umgang. Sie genossen sichtlich die besondere Atmosphäre auf den beiden wunderschönen Segelschiffen. Es würde mich besonders freuen, künftig nochmals in dieser oder einer ähnlichen Konstellation eine Segelreise initiieren zu dürfen.

So bleibt mir zum Schluss allen Beteiligten zu danken für das Mitwirken vor und während dieser unvergesslichen Reise. Auch der Stiftung „Denk an mich“ gebührt grossen Dank, ebenso wie all denjenigen, die mit kleinen und grossen Spenden dazu beigetragen haben, dass wir diese Reise überhaupt erst machen konnten.

Dave Siddiqui
Geschäftsleiter Vivala Weinfelden

Fotografischer Rückblick auf die Segelreise 2018

Dabei sein, Glanzlichter, Segeltörn 2018

Es ist nun schon eine Woche her, seit wir auf dem Meer gesegelt sind. Die Zeit geht so rasch vorbei! Mit diesem fotografischen Rückblick denken an die Segelreise zurück und erinnern uns an viele spannende Erlebnisse!

Hier könnt ihr nachlesen, was wir in den letzten Wochen erlebt haben.