Ein kurzes Gespräch mit dem Thurgauer Regisseur Jann Kessler

#insidevivala, Dabei sein, Glanzlichter, Jubiläum 2017

Jann Kessler, Jahrgang 1995, studiert seit 2016 an der ECAL (Ecole Cantonale d’Art de Lausanne). Er arbeitete seit Mai 2017 an einem Film über die Stiftung Vivala.

Jann Kessler, was für einen Film hast du für Vivala gedreht?

Es gab keine Vorgabe der Leitung, was ich filmen durfte. Für mich war klar: zuerst lerne ich Vivala und die Leute kennen, bevor ich anfange zu filmen. Ich war an der Eröffnung des Jubiläumswegs vergangenen Mai dabei, am ersten Schultag der Schüler. Ich lernte die Grundstrukturen der Stiftung kennen und auch damit umgehen. Die Wohngruppen sind sehr individuell. Jede Gruppe hat ihre eigene Tonalität, ihre Art und Weise des Umgangs und der Empathie.

Wie arbeitest du, wenn du einen Film machst?

Ich leiste sehr viel Vorarbeit. Das heisst, ich lerne die Menschen zuerst näher kennen, die mir vertrauen, wenn ich sie filme. Ich schöpfe aus meiner Erfahrung. Ich wusste allerdings nicht genau, wie mich die Menschen hier verstehen werden. Ich lernte und entdeckte sehr vieles. Ein Film bringt dem Zuschauer einen Zugang zu einer neuen Welt, in diesem Fall hier der Menschen, die im Vivala leben. Mein Ansatz war, das Leben, wie es im Vivala stattfindet, weiterzugeben mit dem Medium Film und anderen Menschen einen Einblick zu geben, wie diese Welt sein kann.

Wie lange hast du im Vivala gedreht?

Insgesamt waren es 32 Drehtage, davon habe ich 18 verwendet für den Film. Der Film dauert ungefähr 20 Minuten.

Welche neuen Erfahrungen und Entdeckungen hast du hier gemacht?

Einer der grössten Momente für mich war das Kennenlernen der Idee „Kinästhetik“. Ich finde die Möglichkeit, gemeinsam einen Transfer zu bewältigen und somit neue Möglichkeiten des Bewegens zu schaffen eine ganz wunderbare Sache. Ich fand es überraschend, eine Spastik auf einmal als Qualität in der Bewegung eines Menschen zu sehen.

Lieber Jann, vielen Dank!

 

Die Lernbörse: Ein Lernfeld für alle

Glanzlichter, Lernen im Vivala

Am 24. November 2017 fand die neunte Vivala-Lernbörse statt. Mitarbeitende sowie Lernende präsentierten den interessierten Kolleginnen und Kollegen Themen aus dem beruflichen und persönlichen Umfeld.

Wie schon in den vergangenen Jahren fand die Lernbörse im katholischen Pfarreizentrum St. Johannes in Weinfelden statt. Die Mitarbeitenden der Stiftung Vivala konnten einen Tag lang sechs Bildungsangebote besuchen.

Die Referentinnen und Referenten hatten sich in den vergangenen Wochen sorgfältig auf ihre Rolle vorbereitet. Dabei wurden sie von Kollegen und Vorgesetzten unterstützt. Die Idee der Lernbörse besteht darin, eigenes Wissen zu vermitteln und dem Publikum neue Sicht- und Denkweisen zu ermöglichen. Die Referenten sollen aber auch selbst profitieren: Sie können Vortragssituationen üben und „ihr“ Thema vor den interessierten und kritischen Kollegen vertreten.

Die Themen der Vorträge der Lernbörse 2017 waren breit gestreut: Humor, Meditation, Unterstützte Kommunikation in der Praxis und Demenz sowie eine Diskussion über den Jubiläumsfilm von Jann Kessler.

Am 23. November 2018 findet die Lernbörse zum zehnten Mal statt und man darf schon jetzt gespannt sein, welche Referate die Mitarbeitenden vorbereiten werden.