Eine ganz besondere Kochstunde

Dabei sein, Glanzlichter

Am 23. August fand im Vivala eine besondere Kochstunde statt: Die drei Spitzenköche Reto Lüchinger vom Gasthof Eisenbahn und Jürg Langer vom Gasthaus zum Trauben in Weinfelden, und Gerhard Kininger vom Restaurant Zum Grünen Glas in Zürich. Gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern kochten sie ein feines Mittagsmenü.

 

 

Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gehören dazu!

Lernen im Vivala

Monika Götti absolviert noch bis zum Sommer die Ausbildung zur Fachfrau Hauswirtschaft EFZ. In diesem Gespräch gibt sie Einblick in ihren Arbeitsalltag und was sie während der Ausbildung im Vivala bewegte.

Was gefällt dir gut am Beruf?
Ich mag die Abwechslung, die wir haben. Ich mache nicht jeden Tag das Gleiche, sondern habe grosse Abwechslung. Das finde ich sehr toll. Es wird mir nie langweilig. Im Vivala lernt man verschiedene Abteilungen wie Küche, Reinigung und Wäscherei kennen. So kann man sich auf eine Ausbildung freuen, die sehr viele Facetten hat. Ich mag es auch, dass ich kreativ sein kann; sei es in der Küche beim Anrichten der Speisen oder beim Dekorieren der Tische bei Anlässen. Man kann der Phantasie freien Lauf geben. In der Lehre lernt man viele der betreuten Menschen kennen und auch, wie man mit ihnen umgeht. Wichtig scheint mir auch, dass man ihnen ein tolles Gefühl für ihren Alltag gibt. Als Fachfrau Hauswirtschaft arbeite ich viel im Team mit anderen zusammen. So lernt man während der Ausbildung auch, aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Was sind die Schattenseiten des Berufs?
Schwierig finde ich die fehlende Anerkennung. Viele meinen, die Tätigkeiten unseres Berufes seien „normal“ oder dass man gar keine Ausbildung machen muss, um das zu können, was wir in unserer Arbeit machen. Ich finde, das ist so nicht richtig. Wir schauen beispielweise sehr auf die Hygiene bei unserer Arbeit. Das tut mir manchmal schon weh, wenn ich solche Aussagen von Menschen höre, die nicht genau wissen, worum es in unserem Beruf wirklich geht. Wenn es uns Mitarbeitende der Hauswirtschaft nicht gäbe, hätten die Bewohnerinnen und Bewohner keine saubere Wäsche oder gesundes Essen. Auch die vielen Reinigungsarbeiten in allen Gebäuden würden dann nicht gemacht werden.
Aber sonst finde ich nicht, dass mein Beruf Schattenseiten hat. Ich mache es gerne und weiss, dass ich das nicht nur für mich, sondern auch für die Menschen um mich herum tue.

Was muss eine Lernende mitbringen, damit sie diesen Beruf erlernen kann?
Eine Lernende sollte Freude an der Abwechslung haben und natürlich gerne Tätigkeiten wie Reinigung, Kleidungspflege, Küche und Gästebetreuung machen. Das Interesse sollte für alle Fachbereiche etwa gleich sein. Natürlich sollte man auch offen für die Mitarbeitenden der Betreuung und die Bewohnerinnen und Bewohner sein. Dazu gehört Freundlichkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Auch körperlich fit sollte eine Lernende sein: Man ist jeden Tag auf den Beinen, läuft viel im Betrieb herum und kann sich deshalb nicht alle fünf Minuten wieder hinsetzen. Was auch dazu gehört, ist, dass man nicht immer die gleichen Arbeitszeiten hat und auch einmal am Wochenende arbeiten muss. Dies ist beispielweise dann der Fall, wenn im Betrieb ein Anlass oder ein Fest stattfindet.

Was würdest du einer Freundin raten, die sich ebenfalls für den Beruf interessiert?
Ich würde ihr meine Eindrücke schildern, die ich während der Ausbildung gesammelt habe. Sie sollte sich bewusst sein, dass Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit zu ihren Stärken gehören sollten. Natürlich würde ich ihr auch raten, genau zu überlegen, mit welchen Klientengruppen sie zusammenarbeiten möchte. Sie müsste sich entscheiden, ob sie lieber mit älteren Menschen, Menschen in einer Reha oder im Spital, oder Menschen mit einer Beeinträchtigung arbeiten will. Für jede der Gruppe braucht es unterschiedliche Herangehensweisen. Das ist dann auch nicht ganz ohne.

Wie erlebtest du die Ausbildung im Vivala?
Ich begann zuerst eine 2jährige Lehre als Hauswirtschaftspraktikerin EBA. Es war schon am Anfang klar, dass ich nach der EBA-Ausbildung die EFZ-Ausbildung anhängen werde. Ich hatte den Abschluss mit einem Diplom und der Note von 5,3 abgeschlossen und war die Beste des Kantons Thurgau. Nun mache ich den Abschluss als Fachfrau Hauswirtschaft EFZ. In dieser Zeit wurde ich selbständiger; die Arbeit bereitete mir viel Spass. Meine Ausbildung war sehr lehrreich. Ich bekam viel Unterstützung, mir wurde aber auch gleichzeitig viel zugetraut. Das fand ich sehr toll. Die Zusammenarbeit in den Teams war immer sehr wertschätzend auch in hektischen Zeiten. Man wird mit offenen Armen aufgenommen. Für mich war das Vivala wie eine zweite Familie. Ich fühlte mich wohl hier. Auch schulisch war es eine spannende Zeit. Ich lernte viel, was ich auch jetzt sehr gut anwenden kann. Die Arbeit mit den Bewohnern war super. Es war schön, neues auszuprobieren, auch die Menschen mit einer Beeinträchtigung kennenzulernen, wie sie leben und ihren Alltag bewältigen. Es gab natürlich auch Tage, an denen ich Missverständnisse mit Arbeitskollegen erlebte. Aber auch diese bekommt man mit Reden und gemeinsamer Auseinandersetzung wieder zusammen in den Griff.

Was ist vielleicht der Unterschied zu anderen Ausbildungsstätten?
Bei uns im Vivala kann man in der Ausbildung zur Fachfrau Hauswirtschaft alle Fachbereiche kennenlernen. Es gibt Lehrplätze in anderen Institutionen, in denen man extern Praktika absolvieren muss, um beispielsweise in einer Wäscherei das Sortieren der Bewohnerwäsche und Hemden bügeln zu erlernen. Oder es kann sein, dass ein Betrieb keine grossen Maschinen hat. Diese Tätigkeiten lernt man dann halt nur in den überbetrieblichen Kurs. Im Vivala machen wir das jeden Tag. Es gibt verschiedene Heime mit unterschiedlichsten Bewohnern, zB. Alters- und Pflegeheime oder Spitäler.
Ich konnte viel lernen und die verschiedenen Abteilungen wie Küche, Reinigung und Wäscherei waren für mich da. Sie halfen immer und standen hilfreich zur Seite. Wenn ich mal nicht weiterwusste, konnte ich immer fragen oder suchte die Lösung selber. Ich hatte eine tolle Zeit im Vivala und werde es auch sehr vermissen. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge und werde immer an diese tolle Ausbildungszeit hier denken. Danke!