Barrierefreie Ferienwoche in der Schweiz!

#insidevivala, Dabei sein, Glanzlichter

Was braucht es für eine richtig schöne, genussreiche Ferienwoche für unsere Menschen mit einer Beeinträchtigung?

  • Eine barrierefreie, wohlwollende Umgebung
  • Schönes Wetter
  • Möglichkeiten, mal so richtig shoppen zu gehen
  • Feines Essen
  • Nette Bedienung
  • Ausflüge an Orte, an die man so nicht einfach kommt
  • Miteinander lachen und das Leben geniessen

Unsere Ferienwoche in Richterswil verlief genau so: Zuerst hat es geschüttet wie aus Kübeln! Wir nutzten den verregneten Dienstag für einen Besuch im Seedammcenter. Wer wollte, konnte die verschiedensten Geschäfte besuchen, sich schöne Kleider aussuchen, ein Mitbringsel für die Familie kaufen.

Am Mittwoch schliesslich machten wir unsere obligate Reise auf dem Zürichsee. Die Helvetia ist ein tolles Schiff und die Crew war sehr hilfsbereit. So machen Ferien Spass. Auch die Jugendherberge Richterswil ist barrierefrei gebaut. Das Team der Jugendherberge war supernett. Am Donnerstag war es strahlend schönes Wetter und wir genossen den Nachmittag auf der Halbinsel. Sogar ein Bad im kühlen See war möglich!

Was uns in dieser Woche begeisterte: wie unglaublich rücksichtsvoll und tolerant unsere Bewohnerinnen und Bewohner miteinander umgehen. Wenn es ein Hindernis zu bewältigen galt, halfen sie einander. Das war eine wirklich schöne Woche!

Dank an alle!

Dabei sein, Glanzlichter, Segeltörn 2018

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vivala und Besmerhuus
Liebe Schiffscrew Jantje und Jan Huygen
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Liebe Spenderinnen, Spender, Sponsorinnen und Sponsoren

Das sehr gelungene 14-tägige Segel-Abenteuer ist schon wieder vorbei – aber die Erinnerungen bleiben! Wir waren vom 21. Juli bis 05. August 2018 mit zwei Schiffen auf der Ostsee unterwegs und haben von dort aus eine wunderbare Reise zu verschiedenen Häfen gemacht: Stralsund, Rügen, Dänemark bis nach Kopenhagen, Malmö in Schweden und wieder zurück. Dabei haben wir etwa 250 Seemeilen zurückgelegt.

Die Reise war aus seemännischer Sicht betrachtet eher von Flaute geprägt. Europa unter Hochdrucklage liess grüssen. Aus Perspektive des Segelreise-Projekt-Gedankens war es ein erlebnisreiches und gelungenes Miteinander.

„Wir erkunden neue Horizonte, leben Gemeinsamkeit ohne Gleichheitsbestreben und gehen gemeinsam an Grenzen.“

Denn genau das passiert auf so einer Reise. Feine Begegnung von Gedanken, Unsicherheiten und Aktionen. Neues wagen, um sich dadurch auch wieder am Vertrauten erneut zu erfreuen. Sich einlassen, kleine und grosse Erlebnisse ermöglichen für Betreute und Betreuende. Von all dem gab es auf dieser Reise unzählig viele schöne und eindrückliche Beispiele!

Guter Groove, kollegiale Offenheit, gemeinsame Freude
So ein Segeltörn braucht, nebst reiselustigen Teilnehmer/innen, eben engagierte Begleitpersonen, die bereit sind, auch in anspruchsvollen Situationen und in ungewohnter Umgebung all das zu tun, was es braucht, damit es den betreuten Personen gut gehen kann. Auch das „selbst dabei sein“ darf dabei nicht vergessen gehen. So entsteht auf ganzer Linie ein „guter Groove“ und genau das hat sehr gut funktioniert auf unserem gemeinsamen Abenteuer.

Besonders hervorheben möchte die gelebte kollegiale Offenheit, gegenseitiges Interesse an fachlichem Austausch und Freude daran zu entdecken, wie es eben auch mal anders als üblicherweise gehen kann. Beispielsweise indem man gegenseitig schaut, welche Lösungswege in der neuen Umgebung gefunden werden können für praktische, aber auch agogische Angelegenheiten. Das Vivala-Team hat seine Erfahrung und Hilfsbereitschaft etabliert und es so auch den Newcomern ermöglicht, voll und ganz dabei zu sein.

Auch Herausforderungen gemeinsam meistern
Dass eine unserer Teilnehmerinnen beim an Land gehen gestürzt ist, ist sehr bedauerlich und wir sind alle sehr erleichtert, dass Rosi Glück im Unglück hatte und nur oberflächliche Verletzungen davon getragen hat. Sie ist unterdessen auch wieder zuhause. Wie gut, dass wir unseren Schiffsarzt Fredy dabei hatten. Er hat sich fachmännisch und mit Herz um Rosi gekümmert, aber auch um kleine Wehwehchen von Betreuten und Mitarbeitenden.

Die Schiffscrew ist ebenfalls entscheidend für alles, was auf so einer Reise entstehen kann. Es war uns eine besondere Freude zu sehen, wie sich die Crew rundum rücksichtsvoll um unsere doch ziemlich bunt gemischte Gruppe gekümmert und sich auf sie eingestellt hat. Da war auch viel Spontanität und Herz zu spüren. Dass wir diese Reise schon öfters mit der Reederei van Linschoten machen konnten, erweist sich immer wieder als sehr positiv. Die grosse Offenheit der beiden Crews ist keine Selbstverständlichkeit und wir alle konnten von den gemeinsamen Erfahrungen profitieren.

Smutje Shaline, unsere Schiffsköchin, hat ihre Aufgabe auf hoher See gut verstanden und sportlich gemeistert, davon haben wir alle profitiert – auch wenn der Wurst-Käse-Salat den Holländern eher spanisch vorkam.

Ich persönlich habe mich sehr gefreut über herzhafte Begegnungen mit und zwischen Bewohner und Bewohnerinnen aus dem Vivala und dem Besmerhuus. Sie pflegten auch untereinander einen sehr rücksichtsvollen und hilfsbereiten Umgang. Sie genossen sichtlich die besondere Atmosphäre auf den beiden wunderschönen Segelschiffen. Es würde mich besonders freuen, künftig nochmals in dieser oder einer ähnlichen Konstellation eine Segelreise initiieren zu dürfen.

So bleibt mir zum Schluss allen Beteiligten zu danken für das Mitwirken vor und während dieser unvergesslichen Reise. Auch der Stiftung „Denk an mich“ gebührt grossen Dank, ebenso wie all denjenigen, die mit kleinen und grossen Spenden dazu beigetragen haben, dass wir diese Reise überhaupt erst machen konnten.

Dave Siddiqui
Geschäftsleiter Vivala Weinfelden