Alles ist Jazz und wir mittendrin!

Dabei sein, Glanzlichter

Am Freitagabend, 9. August besuchten 9 Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihre Begleitpersonen die „Jazztage“ in Lichtensteig. Die Vorfreude auf die verschiedensten Konzerte in der Altstadt, insbesondere den Auftritt von Baschi, war riesig.

Die „Jazztage“ finden in der Altstadt Lichtensteigs statt. Da dieses Openair durchgängig barrierefrei ist, war die Freude aufs Feiern umso grösser. An den Foodständen fand jeder von uns sein Lieblingsessen. Es gab Feines: von Pommes, über Bratwurst bis hin zu Fischknusperli und Frühlingsrollen. So macht Ausgang Spass!

Aber auch die Stimmung während den Konzerten war grossartig. Viele Menschen sprachen uns an und freuten sich, dass wir den Weg ins Toggenburg gefunden hatten oder es konnten alte Bekanntschaften aufgefrischt werden.

Nachdem Baschi sein Konzert beendet hatte und die einen zurück ins Vivala fahren wollten, meinten die einen, es sei doch noch viel zu früh für die Rückkehr in den Thurgau! Schliesslich würde BAP noch aufspielen – und die darf man sich ja wirklich nicht entgehen lassen! So blieben wir halt noch länger, bis sich wirklich alle müde und glücklich auf den Heimweg machten.

Fest steht für uns: Wir kommen wieder!

Ferien im Allgäu

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Sechs Betreute und ihre Begleitpersonen aus drei Wohngruppen der Stiftung Vivala konnten im Allgäu eine schöne, barrierefreie Ferienwoche geniessen. Nebst Erkundungstouren kam auch das Leibliche Wohl nicht zu kurz.

So fuhren wir mit dem Vivala-Bus ins schöne Allgäu nach Leutkirch, wo wir uns im Centerpark für eine Woche gemütlich einrichten würden. Im Centerpark konnten wir einige attraktive Angebote wie einen Besuch auf dem Bauern, Shopping, Badespass im Aqua Mundo und Rutschenspass im Wasser nutzen.

Wir genossen immer wieder gemeinsame Momente in der ganzen Gruppe auf der Shoppingtour durch München, ein gemeinsames Abendessen in Ravensburg oder hoch hinaus im Sky work-Baumwipfelweg in Scheidegg. Auch in kleinen Gruppen wurden viele individuelle Ausflüge gemacht um mehr zu sehen und zu erleben in diesen Ferien.

So konnten Kinoabende zu zweit oder ein Ausflug auf den Affenberg problemlos ermöglicht werden, ebenso wie Rodeln, Bergbahnen fahren oder einfach nochmals baden im Park. Natürlich kam in den Ferien kamen auch die Geniesser auf ihre Kosten: vom feinsten Flammkuchen oder doch lieber Maultaschen und ein kühles Bier – für jeden Geschmack war immer etwas dabei.

Das schöne Wetter kam zwar erst am Abreisetag , doch wir liessen uns davon unsere gute Laune nicht vermiesen! Trotz Regen und Kälte genossen alle diese Woche in vollen Zügen!

Katja

Eine turbulente Ferienwoche im Deggenhausertal

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Auf der Hinfahrt ins schöne Deggenhausertal erlebten wir schon die erste Attraktion: Die Überfahrt mit der Autofähre auf dem Bodensee. Am Ziel angekommen richteten wir unsere Wohnung Löwenzahn ein. Am Abend überraschte uns Irena mit einem feinen Essen. Es gab gebratenen Fisch mit Salzkartoffeln und einen bunt gemischten Salat. Nach dem Abendessen erlebten wir einen geselligen Abend mit Kartenspiel und Musik.

Am nächsten Tag teilten wir uns nach einem ausgedehnten Brunch in zwei Gruppen auf. Die einen gingen ins Hallenbad und die anderen in die Spielscheune. An einen Ausflug war nicht zu denken, da es ununterbrochen regnete. Dafür wurden wir am Abend mit einem Drei-Gänge-Menü von Familie Scherer verwöhnt. Für den nächsten Tag und die restlichen Ferientage haben wir uns viele Ausflugsziele überlegt, da endlich der Frühsommer Einzug halten soll. Dementsprechend sind wir alle gut gelaunt und erwartungsvoll am späten Abend zu Bett.

In der Spielscheune

Wie geplant haben wir den ersten frühsommerlichen Tag voll ausgeschöpft. Zuerst besuchten wir den Affenberg in Salem. Da uns danach der Hunger plagte, fuhren wir zum Ilmensee, um beim Hackl Schorsch einen Imbiss einzunehmen. Danach unternahmen wir einen ausgedehnten Spaziergang um den Ilmensee. Zufrieden ging es wieder zurück, wo wir kurz vor Sonnenuntergang ankamen.

Für den Montag haben wir uns den Schaukelweg vorgenommen. Dabei handelt es sich um einen fünf Kilometer langen Rundwanderweg, auf dem verschiedene Schaukeln ausprobiert werden konnten. Da wir danach noch etwas Zeit hatten, fuhren wir zum höchstgelegenen Punkt im Deggenhausertal, dem Höchsten. Von dort aus hat man einen Rundumblick über den Bodensee bis hin zu den Alpen.

Den schönsten Tag laut Wettervorhersage nutzten wir für die geplante Schifffahrt auf dem Überlinger See. Eineinhalb Stunden dauerte diese schöne Rundfahrt. Danach gönnten wir uns einen leckeren Glacécoupe an der Überlinger Uferpromenade und einen kleinen Stadtbummel.

Am Mittwoch planten wir eine Traktorfahrt mit Planwagen. Leider spielte diesmal das Wetter nicht mit. Es bildeten sich viele Wolken am Himmel, so dass die Sonne keine Chance hatte, durchzudringen. Wir sassen alle zusammengepfercht, um uns gegenseitig zu wärmen. Die kalte Luft hatte uns schliesslich dermassen zugesetzt, dass wir alle müde wurden und eine längere Mittagspause einlegen mussten. Aber am frühen Abend machten wir uns wieder bereit zum Einkehren in ein wunderschönes Restaurant in Marktdorf.

Auf der Traktorfahrt mit Planwagen

An unserem letzten Ausflugstag teilten wir uns erneut in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe verweilte in Meersburg zum Lädele und Schlemmen. Die andere Gruppe lief einen sechs Kilometer langen Rundwanderweg zwischen Hagnau und Meersburg, um später die Städtler wieder abzuholen. Am Abend gab es Feines vom Grill und leckere Salate auf dem Scherer-Urlaubshof

Nach einem Tässchen Kaffee ging es am Freitagmorgen ans Aufräumen. Schliesslich besuchten wir das letzte Mal den schönen Speisesaal zum Frühstück. Es gab ein reichhaltiges Buffet mit allem, was das Herz begehrt. Gut gelaunt und gestärkt verabschiedeten wir uns von Familie Scherer und traten die Heimreise an.

Text: Peter; Fotos: Alexandra

                                                                                                                                                       

Eine ganz besondere Kochstunde

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Am 23. August fand im Vivala eine besondere Kochstunde statt: Die drei Spitzenköche Reto Lüchinger vom Gasthof Eisenbahn und Jürg Langer vom Gasthaus zum Trauben in Weinfelden, und Gerhard Kininger vom Restaurant Zum Grünen Glas in Zürich. Gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern kochten sie ein feines Mittagsmenü.

 

 

Interview mit Dessertbuchautorin Andrina

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Unsere ehemalige Lernende Andrina gewann im Juli 2018 einen Preis für ihre Maturaarbeit „Dessertbuch in Leichter Sprache“. In diesem Interview berichtet sie, wie sie dieses Buch geschrieben hat.

Wie kamst du darauf, ein Dessert-Buch in Leichter Sprache zu erstellen?

An einer Lernbörse im Vivala hielt jemand einen Vortrag über Leichte Sprache. Dieses Thema faszinierte mich und ich wollte es weiter vertiefen. Dass ein Kochbuch mit vielen Bildern und vielleicht sogar mit Cups/Bechern anstatt mit Masseinheiten sinnvoll wäre, diskutierten wir bei einem Weihnachtsessen mit Freunden und Verwandten. Beiläufig wurde mir gesagt, dass ich so ein Buch ja im Rahmen meiner Abschlussarbeit für die Schule erstellen könnte. Die Idee liess mich nicht mehr los und als es dann in der Schule um die Themenauswahl ging, suchte ich frühzeitig Mentoren, die mich in dieser Arbeit unterstützen würden. Dass es ein Dessertbuch und kein Koch- oder Backbuch wurde, hängt damit zusammen, dass ich wollte, dass das Buch für möglichst viele Personen hilfreich ist. Ich wollte nicht diejenigen Personen ausschliessen, die aus Sicherheitsgründen keinen Backofen oder Herd bedienen dürfen oder das nötige Wissen dafür nicht haben. In dem Dessertbuch hat es nun neun Rezepte und nur für zwei Rezepte wird ein Backofen benötigt.

Vor welchen Herausforderungen standest du bei dieser Arbeit?

Herausfordernd war das Verfassen der Rezepte. Leichte Sprache hat Richtlinien, an die man sich halten muss. Es gibt auch einen Duden Leichte Sprache, der mir geholfen hat. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich stundenlang nach einem einfacheren Wort gesucht habe oder die Sätze immer wieder neu umformuliert habe, bis sie trotz Leichter Sprache inhaltlich und grammatikalisch korrekt waren.
Viele Schwierigkeiten stellte ich erst fest, als ich die Rezepte mit einem Bewohner ausprobierte. Ich merkte, dass er Abkürzungen von Masseinheiten nicht verstehen und Esslöffel von Kaffeelöffeln nicht voneinander unterscheiden kann. In der definitiven Version schrieb ich die Masseinheiten dann aus und unterschied zwischen „grosser Löffel“ und „kleiner Löffel“.
Das Fremdwort Muffin konnte er trotz Hilfe nicht lesen und verstehen. Ich nannte die Muffins dann Schokoladenküchlein.

„Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich stundenlang nach einem einfacheren Wort gesucht habe oder die Sätze immer wieder neu umformuliert habe, bis sie trotz Leichter Sprache inhaltlich und grammatikalisch korrekt waren.“

Was hat dir Spass gemacht, was weniger?

Kochen und Backen zähle ich zu meinen Hobbies, deshalb hat mir der Arbeitsschritt des Zubereitens der Desserts besonders gut gefallen. Das grösste Highlight war dann aber die Durchführung gemeinsam mit einem Bewohner von der Wohngruppe, auf der ich arbeitete. Er konnte mithilfe des Rezepts selbständig den Einkauf erledigen und den Dessert zubereiten. Voller Stolz streckte er mir den Teller Muffins entgegen und sagte „Andrina, weisst du, ich bin jetzt nicht mehr nur Musiker, ich kann jetzt auch backen“.

Natürlich bestand meine Interdisziplinäre Arbeit nicht nur aus dem Dessert-Buch, sondern ich musste auch eine schriftliche Arbeit mit Einleitung, These, Theorie und Fazit abgeben. Da sie interdisziplinär sein musste, wählte ich die beiden Fächer Deutsch und Naturwissenschaften. Meine Aufgabe war es dann, die Erarbeitung des Dessertbuchs mit Literatur aus diesen beiden Fächern zu verbinden. Der praktische Teil hat mir deutlich mehr Spass gemacht als das Schreiben, auch wenn ich viel dazulernen und profitieren konnte.

„Das grösste Highlight war dann aber die Durchführung gemeinsam mit einem Bewohner von der Wohngruppe, auf der ich arbeitete.“

Wie viel Zeit hast du in diese Arbeit investiert?

Wie viel Zeit ich genau brauchte, kann ich nicht sagen. Aber mit einem kurzen Arbeitsablauf kann man sich vielleicht etwas darunter vorstellen:
1. 10 Rezepte überlegen, die keinen Alkohol/Kaffee enthalten und einfach sind (z.B. kein Eier-trennen)
2. Einkaufsliste erstellen und einkaufen
3. Alle Zutaten einzeln fotografieren
4. Alle Hilfsmittel (Löffel, Schüssel etc.) fotografieren
5. Backen/zubereiten der Desserts
6. Desserts schön herrichten fürs Foto
7. Desserts fotografieren
8. Bilder bearbeiten
9. Mich mit Theorie Leichte Sprache auseinandersetzen
10. Beispielrezepte in Leichter Sprache lesen
11. Rezepte in Leichter Sprache schreiben
12. Erste Überprüfung der Rezepte: Texte in ein Prüftool eingeben
13. Zweite Überprüfung der Rezepte: Texte einem Experten in Leichter Sprache zum Gegenlesen geben
14. Dritte Überprüfung: Texte mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung gemeinsam lesen
15. Rezepte mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung testen (einkaufen/zubereiten)
16. Texte anpassen/vereinfachen
17. Dessert-Buch gestalten
18. Testversion bestellen und nochmals überarbeiten
19. Definitive Version bestellen

Kann man das Buch bei dir erwerben?

Ich habe das Buch auf einer App für Fotobücher gestaltet und dort bestellt. Wenn jemand Interesse hat, kann ich jederzeit ein Buch nachbestellen. Leider sind die Bücher da sehr kostspielig. Mein Ziel für die Sommerferien ist es deshalb, das Buch in einem anderen Format nochmals neu zu gestalten. So könnte ich bei Interesse auch einzelne Rezepte ausdrucken oder ich könnte die Datei sogar bei Amazon hochladen, damit meine Rezepte in Leichter Sprache als Buch veröffentlicht und dort bestellt werden können.

Liebe Andrina, danke für dieses Interview und dieses tolle Buch! Wir bleiben gespannt! Alles Gute für deine Zukunft!

 Andrina_Dessertbuch

Tag der Hauswirtschaft 2018

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Seit 2012 organisieren die Leiterin Hauswirtschaft Daniela Bosshard und ihr Team den „Tag der Hauswirtschaft“. An diesem Tag bringen sie und ihre Lernenden den Bewohnerinnen und Bewohnern und den Mitarbeitenden aus dem Betreuungsbereich ihre vielfältige Arbeit näher.
Die Räumlichkeiten der Küche, der Lingerie stehen für alle offen.

Es darf geschaut, geschmeckt, gschnuppert, gespürt, gestaunt werden.
Die Mitarbeitenden der Hauswirtschaft können an diesem Tag ihre Arbeit auf andere Weise präsentieren.

Besonders wichtig ist es Daniela Bosshard, dass der „Tag der Hauswirtschaft“ allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Spass macht und die Entdeckungsangebote kindgerecht – für die Schülerinnen und Schüler – und interessant für die erwachsenen Bewohner sind.

Am „Tag der Hauswirtschaft“ steht aber auch die Kontaktpflege mit den Mitarbeitenden aus den anderen Bereichen im Zentrum.
Als persönliches Highlight beschreibt Daniela Bosshard die lachenden, strahlenden Gesichter der Schülerinnen und Schüler und der Bewohnerinnen sowie die entspannten Begegnungen mit den Mitarbeitenden von Vivala.