Traktor fahren, den Affenberg entdecken und fein essen – was will man mehr?

Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen

Vor nicht allzu langer Zeit wäre eine Ferienwoche mit unseren Bewohnern nicht vorstellbar gewesen. Durch die Aufhebung des Shutdowns und trotz verschärfter Massnahmen konnten wir von der Aussenwohngruppe Rösslihof doch noch mit fünf Bewohnern in die verdienten Sommerferien ins Deggenhausertal zu fahren. Mit gepackten Koffern voll Vorfreude und dem beinahe vergessenen Reiseproviant  –  zum Glück hat unser neuer Kollege Manuel noch daran gedacht – machten wir uns auf den Weg ans andere Seeufer.

„Der Bodanrück zeigte sich als Brücke, welche uns sicher an unser Ziel führte.“

Der Ferienbauernhof auf der anderen Seite des Bodensees, zeigte sich als idealer Ort für Ruhe und Erholung jenseits des gewohnten Alltags. Zuerst ging es ans Auspacken und das Erkunden der idyllischen Umgebung. Bald schon war das Abendessen bereit und der Anreisetag klang in einem gemütlichen Rahmen aus.

Der Dienstag begann mit dem ersten von vielen pompösen Frühstücken. Frischbackbrötli, Joghurt, Aufschnitt, Käse, Müsli und Eier legten auch in den darauffolgenden Tagen den Grundstein für einen gelungenen Start in den Tag. Wie am Vorabend besprochen, machten wir uns nach dem morgendlichen Festmahl auf zum Affenberg in Salem.

„Mit Mundschutz ausgestattet, kraxelten wir den Berg hoch und wieder runter und wurden unter anderem Zeuge einer Fütterung dieser neugierigen Äffchen.“

Einige unserer Bewohner schauten interessiert dem Geschehen zu, während andere ungeduldig den Restaurantbesuch herbeisehnten. Zum Abschluss gab es noch die Gelegenheit, ein kleines Souvenir als Andenken mitzunehmen. Nach der anstrengenden Expedition gönnten wir uns eine Pause und assen anschliessend im Gemeinschaftsraum des Hofes zu Abend. Es gab sehr leckere Pizzen in vielen verschiedenen Variationen. Zum Abschluss des Tages gab es noch heissumkämpfte Kicker-Matches in der Spielscheune, welche sich auf dem Gelände befand.

Den Mittwoch gingen wir etwas gemächlicher an und starteten den Tag mit einem feinen Brunch. Zwei Mitarbeiter gingen einkaufen und die übrigen zwei bereiteten einen feinen Fruchtsalat für den bevorstehenden Zvieri vor.

„Das Highlight des Tages zeigte sich in Form einer Traktorfahrt mit dem Besitzer des Ferienbauernhofs, Herrn Scherer höchstpersönlich.“

Er kutschierte unsere ganze Truppe durch das schöne Deggenhausertal. Den Nachmittag verbrachten wir anschliessend in der Spielscheune oder beim Vorbereiten des Abendessens. Es gab feinen Kartoffelsalat mit feinen roten Würstli.

Am Donnerstag verschlug es uns in die Lochmühle. Jedoch war das Angebot, aufgrund der Coronasituation, etwas mager, weshalb das wirklich sehr leckere Mittagessen als Highlight dieses Aufenthalts galt – und natürlich die kleinen, süssen Babyschweinchen, welche frei auf dem Gelände herumspazierten. Am Nachmittag kamen wir wieder bei unserem Feriendomizil an und freuten uns aufs Grillieren mit Herrn Scherer. Den „Feierabend“ liess das vierköpfige Betreuerteam mit einem Kartenspiel ausklingen, wo interessante und anspruchsvolle Wortkombinationen entstanden.

Am Freitag gingen wir erstmals getrennte Wege. Die eine Gruppierung machte sich einen schönen Tag in Überlingen an der Seepromenade und die andere Gruppe besichtigte die Pfahlbauten in Unteruhldingen. Am Abend fügten wir uns wieder zusammen und gingen ins Restaurant „Grüner Baum“ fein essen.

Genuss und Lebensfreude im Mittelpunkt der Ferienwoche

Bis zum Samstag wurden wir mit schönem Wetter verwöhnt und konnten viel unternehmen. Deshalb kam uns ein Regentag mit wenig Programm und viel Entspannung sehr entgegen. Wir nutzten die Gelegenheit ins lokale Hallenbad hinein zu hüpfen oder uns in der Spielscheune auszutoben. Die wenigen Sonnenstrahlen an diesem Tag, ermöglichten uns einen Spaziergang durch den Wald. Zum Abendessen wurden wir wieder im „Restaurant Scherer“ verwöhnt. Es gab „Hacktätschli“ mit einem Gemüsebuffet und Kartoffelgratin.

Den letzten vollen Tag starteten wir ausnahmsweise mit einem kleinen Frühstück, denn wir brauchten noch Platz im Bauch für die weiteren Vorhaben des Tages. Wir hatten nämlich vor, am letzten Tag der Ferienwoche, zwei Mal auswärts essen zu gehen. Die erste Station befand sich auf dem Höchsten, einem Hügel in der Nähe mit schöner Aussicht bis auf den Bodensee. Unsere Gaumen liessen wir in einem nobel eingerichteten Restaurant verwöhnen. Die Bedienung zeigte sich sehr zuvorkommend, auch wenn wir eine Stunde vor der reservierten Zeit eingetroffen waren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt machten sich die Strapazen des Lagers bemerkbar.

„Nach dem schönen Aufenthalt orientierten wir uns an südländischen Sitten und gönnten uns eine Siesta.“

 Um einen Teil der angesammelten Kalorien wieder loszuwerden, unternahmen wir anschliessend einen Verdauungsspaziergang. Die Zeit verflog wie im Flug und plötzlich fanden wir uns in einem nahegelegenen Restaurant wieder. Dieser Standort entpuppte sich als der krönende Abschluss der Woche und dafür wurde er nochmals in vollen Zügen genossen.

Die Abreise war weniger geprägt vom Ferienfeeling und verlief in routinierten Abläufen. Einpacken, Verladen, Frühstücken, Heimfahren, Zwischenstopp auf der Insel Reichenau – schliesslich kamen wir wieder im vertrauten Happerswil an. Sichtlich geschafft aber mit zufriedener Miene bündelten wir noch die letzten Kräfte, um das Gepäck zu versorgen. In einem erstaunlich schnellen Tempo war alles ausgepackt und aufgeräumt.

Jeder brachte noch ein Lächeln zustande, dies sinnbildlich für diese Ferienwoche, welche bis zum Schluss von guter Stimmung und toller Zusammenarbeit geprägt war.

Manuel Hallauer

Start ins neue Schuljahr im Herzen Weinfeldens

#insidevivala, Dabei sein

Am vergangenen Montag sind sechs Vivala-Schülerinnen und Schüler in der Schwärze, in unserer neuen Schulklasse, ins Schuljahr 2020/21 gestartet.

Unter der Leitung der Sonderschullehrerinnen Esther Bessey und Carmen Spirig, mit der Unterstützung von Schulassistentin Brigitte Gansner und Tagesgruppenmitarbeiterin Mirjam Hitz konnte ein gelungener Start mit jeweils einem Elternteil als Begleitperson zelebriert werden. „Gestartet sind wir im Morgenkreis und sind dann zu einem gemeinsamen Znüni übergegangen, während die Kinder das Zimmer neugierig erkundet haben. Die Kinder waren alle frohgelaunt und interessiert“, schildert Esther Bessey die ersten Stunden der Dorfklasse.

Als Abschluss dieses gelungenen Morgens begrüsste Katja Stalder Kaiser, Bereichsleiterin Kinder, zusammen mit Elisabeth Zwick, der Leiterin des Internats, Andreas Illenberger, Leiter Schule, und Sabrina Favazzo, Leiterin Therapie die neue Klasse. Die Kinder und ihre Angehörigen wurden herzlich willkommen geheissen und mit einem Vivala-Shirt beschenkt.

Damit dieser Start auf diese Weise gelingen konnte, ging eine Menge Arbeit voraus. Esther Bessey sagte über die Vorbereitungsphase:  „Die besondere Herausforderung, nebst der passenden Gestaltung des Raumes, war die Organisation der gesamten Infrastruktur: Taxidienst, Personal(transporte), Müllentsorgung und  Mittagessen, usw. Nun müsste aber alles stehen.“

Esther Bessey schaut auch auf die Probephase vor den Sommerferien mit drei Kindern zurück und erzählt:

„Innerhalb der Probephase war schön zu sehen, wie offen unsere Kinder auf die anderen Kinder im Schulhaus zugegangen sind und die Begegnungen, die geschaffen wurden.“  

Was freute sie besonders an dieser Klasse? „Im Dorf zu sein, neue Menschen kennenzulernen und vor allem Begegnungen zu schaffen, die sonst so nicht entstanden wären.“

„Ich habe Freunde gefunden“ – Ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin

#insidevivala, Lernen im Vivala

Irina* verlässt Ende Juli das Vivala. Wir haben sie nach ihren Erfahrungen im Vivala und ihren Zukunftsplänen gefragt.

Wie lange warst du im Vivala?
Irina: 8 Jahre. Ich kam vom HPZ Romanshorn hierher nach Weinfelden.

Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Ich habe mehr gelernt. Ich habe Freunde gefunden. Ich war das erste Mal in meinem Leben in einem Lager, das war mit meiner damaligen Klassenlehrerin Frau Nussbaumer.

Was hast du gelernt?
Rechnen, schön lernen, einander helfen, wenn etwas Neues kommt, sich darauf freuen, meinen Namen richtig schreiben – früher war er spiegelverkehrt -, schreiben und lesen, deutlicher reden, Geschichten in der Religion zuhören, Xylophon spielen.

Du kannst PC, Tablet, Natel bedienen. Was machst du damit?
Im Internet youtube-Videos suchen, Spiele auf den verschiedenen Apps machen, WhatsApp und Instagram nutzen, fotografieren.
Zum Beispiel habe ich gestern ein Foto von Cocktails auf Instagram gepostet.

Was hast du hier im Vivala häufig gemacht?
Judo, am Tschüteli-Kasten gespielt, am Computer gearbeitet, Fussball gespielt, den Religionsunterricht besucht, kochen und schwimmen

Was wirst du hier vermissen?
Die Freunde, das ist klar. Und was soll ich sonst noch vermissen? Die Schule werde ich auch vermissen. Ich ging gerne zur Schule. Auch die Wohngruppe werde ich vermissen.

Was machst du, wenn du Heimweh nach dem Vivala hast?
Ich denke fest ans Vivala. Wenn ich Zeit habe, komme ich mal vorbeischauen wie es hier läuft.

„Ich freue mich auf etwas Neues“

Nach den Sommerferien beginnst du deine Lehre in der Stiftung Egnach. Worauf freust du dich?
Ich freue mich auf etwas Neues, dass ich neue Freunde finden kann, dass ich alte Mitschüler aus Romanshorn dort treffen kann.

Was möchtest du den Personen im Vivala noch sagen?
Einfach Danke. Und dass ich eine schöne Zeit mit euch hatte. Ihr wart toll, also meistens.

Danke, liebe Irina! Alles Gute für deinen weiteren Lebensweg!

*Name geändert

Kommunikation als Chance

#insidevivala, Dabei sein

Was bedeutet es für einen Menschen mit Beeinträchtigung, während vieler Wochen den Kontakt mit der eigenen Familie nicht pflegen zu können? In den letzten Wochen waren in den verschiedensten Medien Berichte zu lesen, wie anspruchsvoll die aktuelle Situation für Menschen ist, die in Institutionen leben und vom Besuchsverbot betroffen sind.

Im Vivala leben 52 erwachsene Menschen mit einer schweren Beeinträchtigung. Viele von ihnen können sich mit Hilfe von unterstützter Kommunikation ihrem Umfeld mitteilen. In ihrer Familie werden sie aber oftmals auch ohne verbale Äusserung verstanden. In Zeiten, wo sie nicht mehr nach Hause können, wiegt dies schwer.

Seit über zwei Jahren läuft im Vivala ein Projekt, das Menschen mit mehrfachen Beeinträchtigungen und ohne verbale Sprache hilft, in Kontakt mit ihren Angehörigen zu bleiben. Susanne Meyer * ist 30 Jahre alt. Sie ging bereits hier in die Schule und lebt seit 12 Jahren im Bereich Wohnen Erwachsene. Frau Meyer hat eine sehr starke körperliche Beeinträchtigung und kann lediglich ihren linken Arm bewegen. Es ist ihr nicht möglich, einen Telefonhörer zu halten und so mit ihrer Familie zu telefonieren.

Mit Unterstützung ihrer Betreuerin kann sie nun den Kontakt mit ihren Eltern, die sie sehr vermissen, aufrecht erhalten. Die Betreuerin begleitet Frau Meyer während des Telefonats, da sie nicht sprechen kann. Frau Meyer hört sehr aufmerksam zu, wenn die Betreuerin ihren Eltern erzählt, was sie in den letzten Tagen erlebt hat.

Manchmal lacht Frau Meyer und man merkt, dass sie die Stimmen ihrer Eltern erkennt und sie ihnen zuhört. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass Menschen den Kontakt zu ihren Familien halten können.

Auf die Frage, wie die Eltern den Einsatz vom Tablet für die Kommunikation mit Susanne Meyer erleben, antworten sie: „Dass wir die Möglichkeit haben, mit unserer Tochter Kontakt zu halten, macht uns sehr glücklich. Zu sehen, wie sie auf unsere Stimmen reagiert, in ihre Augen zu blicken, ihr Lächeln zu sehen und ihre Stimme zu hören.“ Die Qualität dieses Kontakts liegt für die Eltern auch darin, dass sie sich direkt informieren können, wie es ihr geht und wie sie aussieht. Manchmal gibt es natürlich auch schwierige Situationen, beispielsweise dann, wenn die Internet-Verbindung wackelt und es zu einem Verbindungsunterbruch kommt.

Andreas Illenberger, der pädagogische Leiter der Schule, berichtet, was die aktuelle Situation für die Lehrpersonen im Vivala bedeutet: „Der Unterricht findet seit vielen Wochen, wie bei allen Thurgauer Schulen, via Homeschooling statt. Aber es gibt natürlich auch Kinder, die das nicht können. Die Eltern sind erhöht belastet und es erfordert ein Abwägen. Vivala macht aber auch Betreuungsangebote an der Schule, allerdings dürfen nicht zu viele Menschen gleichzeitig anwesend sein.“

In den Tagen vor dem Lockdown haben er und sein Team nochmals alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Geräte mit Taster oder mit Augensteuerung für die betreuten Schüler, aber auch erwachsene Bewohnerinnen und Bewohner, fertig zu stellen. Diese Geräte unterstützen die Menschen mit Beeinträchtigung beim barrierefreien Bedienen von Tablets, beispielsweise wenn sie auf Youtube Musik oder einen Film schauen wollen.

Gibt es in der ganzen Situation, die wir so alle noch nie erlebt haben, auch positive Momente? Andreas Illenberger bejaht. „Die Corona-Krise hat die Digitalisierung, auch im Vivala, weiter vorwärts gebracht. Mit einem Mal werden Video-Konferenzen selbstverständlich. Dies ist kein Verlust, sondern ein Gewinn und es stellt sich die Frage, welche Punkte man ebenfalls digitalisieren könnte.“

Doch Andreas Illenberger sieht auch kritische Punkte: „Fortschritte und Förderung brauchen mehr Nähe. Es ist wichtig, die Kinder bei ihren Entwicklungs- und Lernfortschritten gut begleiten zu können.“

Er hält auch fest: „Krisen erhöhen die Resilienz. Sie machen, uns alle, widerstandsfähiger.“

*Name geändert

Winterkontrasttag auf Skiern

#insidevivala, Dabei sein, Glanzlichter

Im Rahmen des Winterkontrasttages zog es unsere skibegeisterten Kinder und Jugendlichen aus dem Vivala ins teilweise verschneite Toggenburg. Auf den Pisten konnten sie ihre Fertigkeiten beim Skifahren gleich an zwei Tagen zeigen und erweitern.

Nach der Ankunft der Taxis am Mittwochmorgen wird ein Vivalabus und ein Auto mit all dem Gepäck beladen. Marianne ordnet im Bus geschickt Koffer, Skis, Stöcke, Helme, Handschuhe, Kuschelbären, Skibrillen, Essen, Kinder und Erwachsene. Alle haben ihren Platz und freuen sich auf dieses Abenteuer. Obwohl das Wetter sich nicht gerade von der besten Seite zeigt und auch die Prognose nicht top ist, herrscht super Stimmung. Als Ehrengast und erfahrene Skifahrerin dürfen wir Lilo Kälin begrüssen, die in ihrem Alltag als pensionierte Heilpädagogin Zeit gefunden hat, uns zu begleiten.

Unter der Leitung von Claudia Thöny steuern wir eine bereits von den letzten Jahren bekannte Piste in Wildhaus an. Unterwegs stellen wir fest, dass die Piste laut Internet noch immer geschlossen ist. Was ist dort los? Verweilt der Sturm Sabine noch auf diesem Berg? Unten an der Talstation informiert uns ein Mitarbeiter der Bergbahnen, dass wirklich Sabine Schuld ist: zwei grosse Tannen liegen auf dem Masten. Der Skilift muss erst repariert werden und steht uns nicht zur Verfügung. So unternehmen wir die ersten Fahrversuche am Ponylift neben der Talstation. Fürs Mittagessen gehen wir dann den weiten Weg zur Sesselbahn, die uns hoch ins Oberdorf bringt. Belohnt werden wir mit einer Familienplatte gefüllt mit Wienerli, Pommes und Chicken Nuggets. Trotz kalten Temperaturen und starkem Schneefall fahren wir immer wieder diesen Übungshang hinunter. Die Mutigen probieren sogar die Wippe / Schanze aus.

Gegen Abend machen wir es uns im Johanneum in Neu St. Johann gemütlich. Dort steht uns eine ganze Wohngruppe mit Spielsachen und allem, was wir brauchen zur Verfügung. Nach einer ruhigen Nacht mit viel Schlaf sitzen die Einen motiviert am Frühstückstisch und freuen sich auf den zweiten Skitag. Andere fragen sich eher: „Was? Schon wieder Skifahren?“

Den zweiten Tag fahren wir nach Unterwasser. Von der Talstation aus geht es mit der eindrücklichen Standseilbahn hoch aufs Iltios. Dort oben herrscht wunderbares Wetter. Das sind für uns schönste Bedingungen, um die Skifahr-Fertigkeiten weiter auszubauen. Vor- und Nachmittag sieht das Programm so aus: auf dem Übungsteppich hoch, Skispitzen zusammen, den Hügel hinunter fahren, dabei ein oder zwei Kurven um die Tore schwingen, auch einmal eine etwas schnellere Fahrt wagen und wieder unten am Lift anstehen. Für die Fortgeschrittenen geht es sogar mit dem Bügellift etwas weiter den Berg hinauf und dann etwas schneller wieder den Berg hinunter. Alle haben grossen Spass und machen in dieser kurzen Zeit super Fortschritte. Mit vielen neuen Erfahrungen und spannenden Begegnungen im Gepäck werden die zufriedenen Kinder und Jugendlichen nach Hause gefahren.

Sabrina Favazzo, Leitung Therapie

Einblicke in die Woche der offenen Therapien im Vivala

#insidevivala, Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen, Lernen im Vivala

Die „Woche der offenen Therapien“ fand vom 20. bis 24. Januar 2020 zum zweiten Mal im Vivala statt. Eltern, Angehörige, Bezugspersonen waren eingeladen, einen Einblick in die Therapien der Kinder zu erhalten.

Grundsätzlich stehen unsere Türen für BesucherInnen immer offen. Nach den zahlreichen Anmeldungen und den positiven Rückmeldungen des letzten Jahres, wurden die Türen nun zum zweiten Mal „offiziell“ geöffnet. Die „Woche der offenen Therapien“ gab interessierten Angehörigen Gelegenheit, ihr Kind in einem anderen Setting zu sehen und sich mit den Therapeutinnen, Lehrpersonen und Wohngruppenmitarbeitenden auszutauschen. So wurden ebenfalls viele Ideen ausgetauscht und mit in den Alltag zuhause genommen.

Zusätzlich zum Therapiebesuch konnten sich die Bezugspersonen dieses Jahr auch noch zu einem Schulbesuch, einem Mittagessen auf einer der Wohngruppen und für einen Vortrag über Guatemala anmelden. Am Donnerstagnachmittag fanden im Atrium im Vivala eine Hilfsmittelausstellung und eine kleine Hilfsmittelbörse statt. Dieses Angebot gab es zum ersten Mal.

In dieser Woche waren viele stolze Kinder im Vivala zu sehen. Sie zeigten ihren BesucherInnen ihre Therapeutinnen, erarbeitete Produkte, die Räumlichkeiten, wo sie zur Schule gehen und vieles mehr. Augen von Kindern und Erwachsenen durften strahlen.

Das Therapieteam bedankt sich ganz herzlich für den wertvollen Austausch und die bewegenden Momente, die in dieser Woche gemeinsam erlebt werden durften. Es war schön, den Therapiealltag mit den Bezugspersonen zu teilen.

Sabrina Favazzo, Leitung Therapie

Weihnachtsgeschenke – wir haben sie!

Geschenkideen aus dem Blickfang

Schon in wenigen Tagen ist wieder Weihnachten. Alle rennen geschäftig herum und sind besorgt, Geschenke für alle Lieben zu besorgen. In unserem Blickfang finden Sie kleine, aber feine Geschenke aus Papier, Ton und Holz. Lassen Sie sich von Farben, Formen und Licht verzaubern!

Der Blickfang ist am 19. und 20. Dezember, sowie am 23. Dezember von 14.00 bis 17.00 geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns

Wanderferien am schönen Titisee

#insidevivala, Dabei sein, Glanzlichter

Vom 2.9. bis 6.9. 2019 haben wir, konkret sechs Personen der Wohngruppen 9 und 11, unser Lager im schönen Schwarzwald aufgeschlagen. Als Ausgangspunkt für unsere Ausflüge legten wir uns auf Titisee fest.

Die Luft roch grossartig nach Nadelbäumen, was durch das tolle Wetter verstärkt wurde. Auf Schiffrundfahrten erkundeten wir den Titisee, welcher als grösster Natursee des Schwarzwalds gilt, sowie den höherliegenden Stausee namens Schluchsee.

Wir wanderten in der wunderschönen Natur, besuchten das Märklin-Eisenbahn-Museum oder genossen die Ruhe in den dort ansässigen Cafés.

Ein Höhepunkt bildete an einem Abend der Besuch der Stadt Freiburg. Dort gingen wir in eine bekannte Studentenbeiz zum Znacht und genossen im Anschluss mittels eines Nachtspaziergangs die Lichter und Atmosphäre der Stadt.

Berthold

Veloferien in der Region Weinfelden

Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen, Glanzlichter

Vom 13. bis 15. September waren wir mit Velos und E-Bikes auf Tour rund um und in Weinfelden.

Am Freitag 13.09.2019 sind wir mit 8 Personen um zehn Uhr vormittags gestartet, gut vorbereitet mit Proviant aus der Küche. Wir wollten nach Bussnang zum Ganggelisteg fahren. Zuerst sind wir vom Vivala aus in den Wald von Weinfelden Richtung Badi unterwegs gewesen. Der Ganggelisteg war schon schnell erreicht, jedoch standen wir vor einem Platzproblem. Unser zwei Personen E-Bike war um einige Millimeter zu breit für die Brücke. Doch davon liessen wir uns nicht entmutigen: Wir haben voller Motivation eine „Ehrenrunde“ gedreht, um den Ganggelisteg via Thurbrücke Weinfelden von der anderen Seite zu erreichen. Dort angekommen haben wir erstmal die Tiere des „Mini Zoos“ angeschaut: Es gab Ponys, Schafe, Ziegen, Enten, Alpakas, exotische Vögel und zwei schwarze Schwäne zu sehen .
Weiter unten sind wir dann an eine Grillstelle gekommen, wo wir unser Picknick ausgebreitet haben und uns eine Verschnaufpause gönnten.

Während unseres Picknicks haben wir Gesellschaft von einer Männergruppe erhalten. Gegenseitige Sympathien waren sofort erkennbar. Doch wir mussten weiter, wir hatten schliesslich noch einige Kilometer vor uns…

Der zweite Tag steht an, 14.09.2019. Es ist Samstag. Kurz nach zehn Uhr fahren wir los. Heute sind nur noch zu sechst. Einige Teilnehmer mussten sich leider abmelden. Nichts desto trotz sind wir voller Elan gestartet. Der Weg entlang der Thur ist ein Genuss für alle Teilnehmer. Wir fahren nach Bürglen – Sulgen – Kradolf.

In Sulgen drehen wir ein paar extra Runden im Wald. Wir beobachten, wie die Sonnenstrahlen durch die Bäume scheinen, während es noch leicht neblig ist. Es kommt erste Herbststimmung auf. Wir fahren an einem Pferdestall vorbei, mit einem kurzen Abstecher ins Industriegebiet. Dort kann man wunderbar einige Baustellen begutachten. In Kradolf angekommen kehren wir ein im Restaurant Sonne, direkt an der Thur. Wir geniessen ein herrliches Schnitzel mit Pommes und lassen uns mit Glace zum Dessert verwöhnen. Zuerst müssen wir noch verdauen bevor wir weiter können.

Direkt beim Restaurant gehen wir mit den Velos über die Brücke. Diesmal passen alle Bikes durch. Wir sind nun in Buhwil und bewegen uns nach Istighofen. Dort folgen wir der Thur von der andern Uferseite aus. Feldwege, die sich manchmal mit Wiese vermischen und sich darin zu verlieren scheinen, bringen uns dazu kräftig in die Pedalen zu treten. Wir kommen dennoch zum Stehen. Nicht weil es uns zu streng wird, nein. Mitten im Weg versperren uns zwei Baumstämme den Weg. Das Abenteuer beginnt: Mit vereinten Kräften tragen wir die Velos und die schweren E-Bikes über die Baumstämme. Unsere Bewohner unterstützen und mit Tat und Rat, so weiss P. nämlich ganz genau, dass I. und M. uns mehr Platz machen müssen, wenn wir mit dem Zweiplätzer E-Bike kommen. So zieht er die beiden wohlwissend aus dem Weg, den zwei Betreuer für das E-Bike benötigen. Als alle Gefährte auf der anderen Seite sind, feiern wir dies mit Jubel. Zufrieden schlagen wir den Weg zurück ins Vivala ein.

Sonntag 15.09.2019, unsere Truppe trifft sich heute um zehn Uhr zum letzten Mal. Die Velos sind voll beladen mit allem, was man zum Grillen benötigt: vom Feuerzeug bis zum Brennholz, von Geschirr und Besteck bis zu Snacks und Grillgut. Wir machen uns auf in den Wald bei Sulgen. Wir fahren die Waldwege ab, P. muss einen kurzen Blick auf die Karte werfen, da sie den Standort des Grillplatzes nicht mehr genau im Kopf hat. Der Platz wurde um einen Waldweg verfehlt! Doch schnell findet sich die richtige Strecke. Ausschauhaltend bewegen wir uns fort und beenden die Fahrt mit einer spektakulären, wenn nicht filmreifen Vollbremsung. Um ein Haar, oder besser gesagt um drei Meter, sind wir am Trampelpfad zur Grillstelle vorbei gefahren. Es ist jedoch zu erwähnen, dass der Eingang sehr überwachsen und nur am Boden zu erkennen ist. Der geheime Pfad entwickelt sich zu einer wahren Schönheit der Natur. Mitten im Herz des Waldes führt er zu einer Lichtung, die nur von diesem Weg aus zugänglich ist. Die Ebene leuchtet golden in den herbstlichen Wald hinein.

unser geheimer, schöner Grillplatz, Quelle: Google Earth

Gleich daneben auf einer Anhöhe befinden sich Tisch, Bänke und eine Feuerstelle. Nun müssen wir Stöcke suchen für unser Schlangenbrot. Das Feuer wird angezündet und Würste werden vorbereitet. Das Schlangenbrot entwickelt sich zu einem Highlight. Wer wickelt den Teig gescheit um den Stock? Und wer schafft es dann das Brot nicht anbrennen zu lassen? An diesem schönen und geheimen Ort verbleiben wir für einige Stunden. Mit vollem Magen schwingen wir uns zurück auf die Velos. Wir fahren nach Opfershofen und geniessen den Ausblick auf die Landschaft. Wir halten kurz Richtung Berg, doch bevor der Stich kommt schwenken wir nach Bürglen um. Wir befinden uns am Schluss der Reise. Im Café Strassmann lassen wir bei Kaffee und Kuchen die vergangenen drei Tage ausklingen. Wir besprechen, was uns besonders gefallen hat und uns sicher in Erinnerung bleibt. Zufrieden machen wir uns auf den Weg zurück ins Vivala.

Text und Bilder: Patricia

Ein wilder Abend!

Dabei sein, Glanzlichter, Lernen im Vivala

Am vergangenen Mittwochabend, 13. Februar 2019, besuchten Menschen mit und ohne Beeinträchtigung den Maskenball der Stiftung Vivala Weinfelden unter dem Motto „Wild Wild West„. So fanden jede Menge Cowboys, Indianer, Prinzessinnen, wilde Tiere, Outlaws und Elfen ihren Weg in den Saloon „Thurgauer Dörfli“.

Zu „wilder“ Musik konnte bis spät in die Nacht getanzt werden. Für jeden Geschmack wurde von DJ Dave die passende Musik gespielt, seien es Schlager, Discohits oder Schunkellieder. Für feines Essen und tolle Drinks sorgten die Lernenden hinter der Bar.

Einer der vielen Höhepunkt des Abends war sicherlich der Auftritt der Guggenmusig „Nollefäger“ aus Wuppenau, die mit ihrer rassigen Musik alle begeisterten und zum Mittanzen brachten. Die Helferinnen und Helfer sorgten so für ein Fest, dass wir so schnell nicht vergessen werden! Yippie Ya Yeah!!!