Wanderferien am schönen Titisee

#insidevivala, Dabei sein, Glanzlichter

Vom 2.9. bis 6.9. 2019 haben wir, konkret sechs Personen der Wohngruppen 9 und 11, unser Lager im schönen Schwarzwald aufgeschlagen. Als Ausgangspunkt für unsere Ausflüge legten wir uns auf Titisee fest.

Die Luft roch grossartig nach Nadelbäumen, was durch das tolle Wetter verstärkt wurde. Auf Schiffrundfahrten erkundeten wir den Titisee, welcher als grösster Natursee des Schwarzwalds gilt, sowie den höherliegenden Stausee namens Schluchsee.

Wir wanderten in der wunderschönen Natur, besuchten das Märklin-Eisenbahn-Museum oder genossen die Ruhe in den dort ansässigen Cafés.

Ein Höhepunkt bildete an einem Abend der Besuch der Stadt Freiburg. Dort gingen wir in eine bekannte Studentenbeiz zum Znacht und genossen im Anschluss mittels eines Nachtspaziergangs die Lichter und Atmosphäre der Stadt.

Berthold

Veloferien in der Region Weinfelden

Dabei sein, Ein Blick hinter die Kulissen, Glanzlichter

Vom 13. bis 15. September waren wir mit Velos und E-Bikes auf Tour rund um und in Weinfelden.

Am Freitag 13.09.2019 sind wir mit 8 Personen um zehn Uhr vormittags gestartet, gut vorbereitet mit Proviant aus der Küche. Wir wollten nach Bussnang zum Ganggelisteg fahren. Zuerst sind wir vom Vivala aus in den Wald von Weinfelden Richtung Badi unterwegs gewesen. Der Ganggelisteg war schon schnell erreicht, jedoch standen wir vor einem Platzproblem. Unser zwei Personen E-Bike war um einige Millimeter zu breit für die Brücke. Doch davon liessen wir uns nicht entmutigen: Wir haben voller Motivation eine „Ehrenrunde“ gedreht, um den Ganggelisteg via Thurbrücke Weinfelden von der anderen Seite zu erreichen. Dort angekommen haben wir erstmal die Tiere des „Mini Zoos“ angeschaut: Es gab Ponys, Schafe, Ziegen, Enten, Alpakas, exotische Vögel und zwei schwarze Schwäne zu sehen .
Weiter unten sind wir dann an eine Grillstelle gekommen, wo wir unser Picknick ausgebreitet haben und uns eine Verschnaufpause gönnten.

Während unseres Picknicks haben wir Gesellschaft von einer Männergruppe erhalten. Gegenseitige Sympathien waren sofort erkennbar. Doch wir mussten weiter, wir hatten schliesslich noch einige Kilometer vor uns…

Der zweite Tag steht an, 14.09.2019. Es ist Samstag. Kurz nach zehn Uhr fahren wir los. Heute sind nur noch zu sechst. Einige Teilnehmer mussten sich leider abmelden. Nichts desto trotz sind wir voller Elan gestartet. Der Weg entlang der Thur ist ein Genuss für alle Teilnehmer. Wir fahren nach Bürglen – Sulgen – Kradolf.

In Sulgen drehen wir ein paar extra Runden im Wald. Wir beobachten, wie die Sonnenstrahlen durch die Bäume scheinen, während es noch leicht neblig ist. Es kommt erste Herbststimmung auf. Wir fahren an einem Pferdestall vorbei, mit einem kurzen Abstecher ins Industriegebiet. Dort kann man wunderbar einige Baustellen begutachten. In Kradolf angekommen kehren wir ein im Restaurant Sonne, direkt an der Thur. Wir geniessen ein herrliches Schnitzel mit Pommes und lassen uns mit Glace zum Dessert verwöhnen. Zuerst müssen wir noch verdauen bevor wir weiter können.

Direkt beim Restaurant gehen wir mit den Velos über die Brücke. Diesmal passen alle Bikes durch. Wir sind nun in Buhwil und bewegen uns nach Istighofen. Dort folgen wir der Thur von der andern Uferseite aus. Feldwege, die sich manchmal mit Wiese vermischen und sich darin zu verlieren scheinen, bringen uns dazu kräftig in die Pedalen zu treten. Wir kommen dennoch zum Stehen. Nicht weil es uns zu streng wird, nein. Mitten im Weg versperren uns zwei Baumstämme den Weg. Das Abenteuer beginnt: Mit vereinten Kräften tragen wir die Velos und die schweren E-Bikes über die Baumstämme. Unsere Bewohner unterstützen und mit Tat und Rat, so weiss P. nämlich ganz genau, dass I. und M. uns mehr Platz machen müssen, wenn wir mit dem Zweiplätzer E-Bike kommen. So zieht er die beiden wohlwissend aus dem Weg, den zwei Betreuer für das E-Bike benötigen. Als alle Gefährte auf der anderen Seite sind, feiern wir dies mit Jubel. Zufrieden schlagen wir den Weg zurück ins Vivala ein.

Sonntag 15.09.2019, unsere Truppe trifft sich heute um zehn Uhr zum letzten Mal. Die Velos sind voll beladen mit allem, was man zum Grillen benötigt: vom Feuerzeug bis zum Brennholz, von Geschirr und Besteck bis zu Snacks und Grillgut. Wir machen uns auf in den Wald bei Sulgen. Wir fahren die Waldwege ab, P. muss einen kurzen Blick auf die Karte werfen, da sie den Standort des Grillplatzes nicht mehr genau im Kopf hat. Der Platz wurde um einen Waldweg verfehlt! Doch schnell findet sich die richtige Strecke. Ausschauhaltend bewegen wir uns fort und beenden die Fahrt mit einer spektakulären, wenn nicht filmreifen Vollbremsung. Um ein Haar, oder besser gesagt um drei Meter, sind wir am Trampelpfad zur Grillstelle vorbei gefahren. Es ist jedoch zu erwähnen, dass der Eingang sehr überwachsen und nur am Boden zu erkennen ist. Der geheime Pfad entwickelt sich zu einer wahren Schönheit der Natur. Mitten im Herz des Waldes führt er zu einer Lichtung, die nur von diesem Weg aus zugänglich ist. Die Ebene leuchtet golden in den herbstlichen Wald hinein.

unser geheimer, schöner Grillplatz, Quelle: Google Earth

Gleich daneben auf einer Anhöhe befinden sich Tisch, Bänke und eine Feuerstelle. Nun müssen wir Stöcke suchen für unser Schlangenbrot. Das Feuer wird angezündet und Würste werden vorbereitet. Das Schlangenbrot entwickelt sich zu einem Highlight. Wer wickelt den Teig gescheit um den Stock? Und wer schafft es dann das Brot nicht anbrennen zu lassen? An diesem schönen und geheimen Ort verbleiben wir für einige Stunden. Mit vollem Magen schwingen wir uns zurück auf die Velos. Wir fahren nach Opfershofen und geniessen den Ausblick auf die Landschaft. Wir halten kurz Richtung Berg, doch bevor der Stich kommt schwenken wir nach Bürglen um. Wir befinden uns am Schluss der Reise. Im Café Strassmann lassen wir bei Kaffee und Kuchen die vergangenen drei Tage ausklingen. Wir besprechen, was uns besonders gefallen hat und uns sicher in Erinnerung bleibt. Zufrieden machen wir uns auf den Weg zurück ins Vivala.

Text und Bilder: Patricia

Ein wilder Abend!

Dabei sein, Glanzlichter, Lernen im Vivala

Am vergangenen Mittwochabend, 13. Februar 2019, besuchten Menschen mit und ohne Beeinträchtigung den Maskenball der Stiftung Vivala Weinfelden unter dem Motto „Wild Wild West„. So fanden jede Menge Cowboys, Indianer, Prinzessinnen, wilde Tiere, Outlaws und Elfen ihren Weg in den Saloon „Thurgauer Dörfli“.

Zu „wilder“ Musik konnte bis spät in die Nacht getanzt werden. Für jeden Geschmack wurde von DJ Dave die passende Musik gespielt, seien es Schlager, Discohits oder Schunkellieder. Für feines Essen und tolle Drinks sorgten die Lernenden hinter der Bar.

Einer der vielen Höhepunkt des Abends war sicherlich der Auftritt der Guggenmusig „Nollefäger“ aus Wuppenau, die mit ihrer rassigen Musik alle begeisterten und zum Mittanzen brachten. Die Helferinnen und Helfer sorgten so für ein Fest, dass wir so schnell nicht vergessen werden! Yippie Ya Yeah!!!

„Wild Wild West“ im Thurgauer Dörfli

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Die Fasnacht ist seit vielen Jahren ein grosses und wichtiges Fest im Vivala. An diesem Tag – oder besser: an diesem Abend – darf wild getanzt, gefeiert und gesungen werden. Mit einem Blick hinter die Kulissen möchten wir euch zeigen, wieviel Arbeit und Engagement in so einem Anlass steckt, denn am 13. Februar 2019 ab 17 Uhr ist es wieder soweit!

Claude und Dave sind in diesem Jahr die Organisatoren der Vivala-Fasnacht. Die beiden jungen Fachmänner Betreuung, die auf der gleichen Wohngruppe im Vivala tätig sind, haben sich engagiert an diese Aufgabe gemacht. Dass sie seit einigen Jahren zusammenarbeiten und wissen, wie der andere jeweils „tickt“, ist ein grosser Vorteil bei der Planung eines solchen Anlasses.

So war die erste Herausforderung, eine Location zu finden, die sowohl Partyfeeling für all die Besucher verspricht, als auch barrierefrei ist. Sie stiessen über einen Freund auf das „Thurgauer Dörfli“, welches im Inline Drom gleich neben dem Stadion Güttingersreuti liegt. Das rustikale Innere der Räumlichkeiten inspirierte die beiden Organisatoren auch sogleich zum diesjährigen Motto „Wild Wild West“.

So hat Dave in den letzten Wochen auch die passende Playlist für diesen Abend zusammengestellt. Die Musik soll nämlich Spass machen, zum Motto „Wild Wild West“ passen und auch für fasnächtliche Stimmung sorgen. Dave ist sich sicher, dass er hier den richtigen Geschmack der Besucherinnen und Besucher treffen wird. Er wird am 13. Februar denn auch am Mischpult stehen.

Claude gibt einen weiteren Einblick in die Organisation: „Wie in jedem Jahr sind auch 2019 unsere Lernenden mit von der Partie. Sie stehen an der Bar, helfen beim Auf- und Abbau und werden für eine gute Stimmung sorgen. Wir freuen uns auf jede Menge Gäste.“ Schliesslich will der Wilde Westen im Herzen des Thurgaus gefeiert werden!

 

Ein Besuch im Atelier

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In unserem Blickfang-Laden könnt ihr seit einigen Wochen Töpferei-Artikel aus unserer eigenen Produktion kaufen. Gerne nehmen wir euch mit auf einen Entdeckungsrundgang in eines unserer Ateliers.

Die Mitarbeitenden bereiten die Arbeitsplätze vor. Sie richten das Werkzeug und das Material aus dem nun schöne Töpfereiprodukte entstehen werden.

Die Bewohnerinnen und Bewohner gehen nun ans Werk und formen Kugeln. So erhält jede der Tonkugeln ihre individuelle Form.

Gemeinsam gehts besser. Eine Bewohnerin wallt den Ton aus. Hier werden dekorative Tonsachen für den Garten entstehen.

Vor dem Brennvorgang werden die Kugeln bemalt.

Nach vielen Stunden Arbeit sind schliesslich wunderschöne Produkte entstanden, die als Mitbringsel Freude bereiten werden. Wir freuen uns auf euren Besuch bei uns im Blickfang-Laden!

Die 10. Lernbörse der Stiftung Vivala: Mitarbeitende bilden Mitarbeitende

Lernen im Vivala

Am Freitag, 23. November fand zum 10. Mal die Lernbörse der Stiftung Vivala im katholischen Pfarreizentrum in Weinfelden statt. Unter dem Motto „Mitarbeitende bilden Mitarbeitende“ bereiten sich Betreuungspersonen aus dem Erwachsenen-Wohnbereich sowie Gastreferent Aleksander Knauerhase während einiger Wochen auf diesen Tag vor. So konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer Referate zum Thema „Männerschnupfen“,„Kräuter“, „Die autistische Wahrnehmung verstehen“, „Lampenfieber“ und „Die fünf Sprachen der Liebe“ besuchen. Begleitet wurde der Weiterbildungstag durch die zum Motto „Kräuterküche“ passende Verpflegung der Institutionsküche.

Geschäftsleiter Dave Siddiqui sagte dazu: „Es ist sehr bereichernd Anlässe wie die Lernbörse begleiten zu dürfen, da „Lernen“ auf möglichst vielen Ebenen stattfindet, gleichzeitig kollegiale Begegnung, Fachlichkeit und Kommunikation unterstützt wird. Das Konzept wurde in den letzten Jahren weiterentwickelt und hat sich absolut bewährt.“


Impressionen vom Lehrlingslager 2018

Dabei sein, Glanzlichter, Lernen im Vivala

Gute Stimmung. Bombenwetter. Tolle Teamleistung.

Mit diesen Worten, um nur ein paar wenige zu nennen, würde ich das Lehrlingslager 2018 beschreiben.Wie im Vorjahr bot das Hostel Depot 195 in Winterthur, den Ausgangspunkt der diesjährigen Lagertruppe.Eine Küche, um die Kochfertigkeiten der Lehrlinge zu testen.
Die Terrasse, welche Platz für einen Pizzaabend bot oder für gemütliches Verweilen unter dem Sternenhimmel. Hostelgäste, die mit der nötigen Prise Offenheit und Interesse unseren Bewohnern gegenübertraten.
Vieles und noch mehr hat das Hostel uns gegeben.

Vollsten Einsatz wurde seitens der Lagergruppe gefordert, um gewisse Hindernisse zu überwinden. Ein scheinbar unüberwindbarer Abgrund wurde mit erstaunlicher Souveränität gemeistert, um schliesslich in der Nähe eines Wasserfalls, die verdiente Bratwurst zu geniessen.

Solche Höhenflüge vollbrachten wir am Flughafen nicht, jedoch konnten wir uns auf der Aussichtsplattform an ihnen erfreuen. Bei glasklarem, strahlendem Himmel, wohlgemerkt. Eine Beschreibung des Wetters, welche für die ganze Woche treffend ist. Nicht nur der Himmel erstrahlte in tiefem Blau, sondern auch das Quellwasser vom Bad Zurzach.
Gegen Ende der Lagerwoche kam uns etwas Erholung sicherlich gelegen.

Gerade genug Erholung, um am Abend der benachbarten Bar, „Kraftfeld“, gerecht zu werden. Sichtlich geschafft und bereit für weit weniger turbulente Tage, kamen wir im vertrauten Vivala wieder an. Ein grosser Dank an Alle, die so einen bewundernswerten Einsatz gezeigt haben und es ermöglichten, das Lehrlingslager 2018 als sehr erfolgreiches und harmonisches Lager zu kennzeichnen.

(Manuel H., 2. Lehrjahr in der Ausbildung zum Fachmann Betreuung)

 

Fotografischer Rückblick auf die Chilbi 2018

Dabei sein, Geschenkideen aus dem Blickfang, Glanzlichter

Vor einigen Tagen fand unsere traditionelle Chilbi statt. Mit diesem fotografischen Rückblick denken wir nochmals zurück an all die wertvollen Begegnungen und die schönen Erlebnisse.

Oder wie es schön heisst: Nach der Chilbi ist vor der Chilbi.

Eine ganz besondere Kochstunde

Dabei sein, Glanzlichter

Am 23. August fand im Vivala eine besondere Kochstunde statt: Die drei Spitzenköche Reto Lüchinger vom Gasthof Eisenbahn und Jürg Langer vom Gasthaus zum Trauben in Weinfelden, und Gerhard Kininger vom Restaurant Zum Grünen Glas in Zürich. Gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern kochten sie ein feines Mittagsmenü.

 

 

Interview mit Dessertbuchautorin Andrina

Dabei sein, Glanzlichter, Lernen im Vivala

Unsere ehemalige Lernende Andrina gewann im Juli 2018 einen Preis für ihre Maturaarbeit „Dessertbuch in Leichter Sprache“. In diesem Interview berichtet sie, wie sie dieses Buch geschrieben hat.

Wie kamst du darauf, ein Dessert-Buch in Leichter Sprache zu erstellen?

An einer Lernbörse im Vivala hielt jemand einen Vortrag über Leichte Sprache. Dieses Thema faszinierte mich und ich wollte es weiter vertiefen. Dass ein Kochbuch mit vielen Bildern und vielleicht sogar mit Cups/Bechern anstatt mit Masseinheiten sinnvoll wäre, diskutierten wir bei einem Weihnachtsessen mit Freunden und Verwandten. Beiläufig wurde mir gesagt, dass ich so ein Buch ja im Rahmen meiner Abschlussarbeit für die Schule erstellen könnte. Die Idee liess mich nicht mehr los und als es dann in der Schule um die Themenauswahl ging, suchte ich frühzeitig Mentoren, die mich in dieser Arbeit unterstützen würden. Dass es ein Dessertbuch und kein Koch- oder Backbuch wurde, hängt damit zusammen, dass ich wollte, dass das Buch für möglichst viele Personen hilfreich ist. Ich wollte nicht diejenigen Personen ausschliessen, die aus Sicherheitsgründen keinen Backofen oder Herd bedienen dürfen oder das nötige Wissen dafür nicht haben. In dem Dessertbuch hat es nun neun Rezepte und nur für zwei Rezepte wird ein Backofen benötigt.

Vor welchen Herausforderungen standest du bei dieser Arbeit?

Herausfordernd war das Verfassen der Rezepte. Leichte Sprache hat Richtlinien, an die man sich halten muss. Es gibt auch einen Duden Leichte Sprache, der mir geholfen hat. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich stundenlang nach einem einfacheren Wort gesucht habe oder die Sätze immer wieder neu umformuliert habe, bis sie trotz Leichter Sprache inhaltlich und grammatikalisch korrekt waren.
Viele Schwierigkeiten stellte ich erst fest, als ich die Rezepte mit einem Bewohner ausprobierte. Ich merkte, dass er Abkürzungen von Masseinheiten nicht verstehen und Esslöffel von Kaffeelöffeln nicht voneinander unterscheiden kann. In der definitiven Version schrieb ich die Masseinheiten dann aus und unterschied zwischen „grosser Löffel“ und „kleiner Löffel“.
Das Fremdwort Muffin konnte er trotz Hilfe nicht lesen und verstehen. Ich nannte die Muffins dann Schokoladenküchlein.

„Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich stundenlang nach einem einfacheren Wort gesucht habe oder die Sätze immer wieder neu umformuliert habe, bis sie trotz Leichter Sprache inhaltlich und grammatikalisch korrekt waren.“

Was hat dir Spass gemacht, was weniger?

Kochen und Backen zähle ich zu meinen Hobbies, deshalb hat mir der Arbeitsschritt des Zubereitens der Desserts besonders gut gefallen. Das grösste Highlight war dann aber die Durchführung gemeinsam mit einem Bewohner von der Wohngruppe, auf der ich arbeitete. Er konnte mithilfe des Rezepts selbständig den Einkauf erledigen und den Dessert zubereiten. Voller Stolz streckte er mir den Teller Muffins entgegen und sagte „Andrina, weisst du, ich bin jetzt nicht mehr nur Musiker, ich kann jetzt auch backen“.

Natürlich bestand meine Interdisziplinäre Arbeit nicht nur aus dem Dessert-Buch, sondern ich musste auch eine schriftliche Arbeit mit Einleitung, These, Theorie und Fazit abgeben. Da sie interdisziplinär sein musste, wählte ich die beiden Fächer Deutsch und Naturwissenschaften. Meine Aufgabe war es dann, die Erarbeitung des Dessertbuchs mit Literatur aus diesen beiden Fächern zu verbinden. Der praktische Teil hat mir deutlich mehr Spass gemacht als das Schreiben, auch wenn ich viel dazulernen und profitieren konnte.

„Das grösste Highlight war dann aber die Durchführung gemeinsam mit einem Bewohner von der Wohngruppe, auf der ich arbeitete.“

Wie viel Zeit hast du in diese Arbeit investiert?

Wie viel Zeit ich genau brauchte, kann ich nicht sagen. Aber mit einem kurzen Arbeitsablauf kann man sich vielleicht etwas darunter vorstellen:
1. 10 Rezepte überlegen, die keinen Alkohol/Kaffee enthalten und einfach sind (z.B. kein Eier-trennen)
2. Einkaufsliste erstellen und einkaufen
3. Alle Zutaten einzeln fotografieren
4. Alle Hilfsmittel (Löffel, Schüssel etc.) fotografieren
5. Backen/zubereiten der Desserts
6. Desserts schön herrichten fürs Foto
7. Desserts fotografieren
8. Bilder bearbeiten
9. Mich mit Theorie Leichte Sprache auseinandersetzen
10. Beispielrezepte in Leichter Sprache lesen
11. Rezepte in Leichter Sprache schreiben
12. Erste Überprüfung der Rezepte: Texte in ein Prüftool eingeben
13. Zweite Überprüfung der Rezepte: Texte einem Experten in Leichter Sprache zum Gegenlesen geben
14. Dritte Überprüfung: Texte mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung gemeinsam lesen
15. Rezepte mit einem Menschen mit einer Beeinträchtigung testen (einkaufen/zubereiten)
16. Texte anpassen/vereinfachen
17. Dessert-Buch gestalten
18. Testversion bestellen und nochmals überarbeiten
19. Definitive Version bestellen

Kann man das Buch bei dir erwerben?

Ich habe das Buch auf einer App für Fotobücher gestaltet und dort bestellt. Wenn jemand Interesse hat, kann ich jederzeit ein Buch nachbestellen. Leider sind die Bücher da sehr kostspielig. Mein Ziel für die Sommerferien ist es deshalb, das Buch in einem anderen Format nochmals neu zu gestalten. So könnte ich bei Interesse auch einzelne Rezepte ausdrucken oder ich könnte die Datei sogar bei Amazon hochladen, damit meine Rezepte in Leichter Sprache als Buch veröffentlicht und dort bestellt werden können.

Liebe Andrina, danke für dieses Interview und dieses tolle Buch! Wir bleiben gespannt! Alles Gute für deine Zukunft!

 Andrina_Dessertbuch